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II. Planlose Wanderungen A. Durch die Theater Weniger Gold als Sand. Von Sardou

Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

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Male erdröhnt das Hans von einem furchtbaren Knall. 
Dem Diener schlottern die Kniee; Sardon verbeugt sich höf 
lich und sagt: „Darf ich Sie bitten, einzutreten?" 
„Sie sind ein Gentleman, ich wußte es ja; Ihr Diener 
aber ist ein Esel," sagte der Fremde, der sich auf diese bei 
uns noch nicht ganz gewöhnliche Art angemeldet hatte. 
Daß das Gesicht des Fremden wettergebräunt war, daß 
in seinem Munde blendend weiße Zähne strahlten, deren 
Glanz noch durch einige Goldplompen gehoben wurde, daß 
er dicksohlige Schuhe, einen bauschigen Anzug aus gelbem 
Nanking, ein breites, in einen Matrosenknoten geschlungenes 
Halstuch und einen Panamahut trug, braucht kaum noch 
gesagt zu werden, da der Herr ja ein Vollblut-Amerikaner 
nach französischer Auffassung war. Man darf auch vor 
aussetzen, daß er, wie die meisten Amerikaner in den fran 
zösischen Dichtungen, Mr. Jcnkins hieß. Mr. Jenkins also 
folgte dem Dichter in das Studirzimmer und nahm ihm 
gegenüber Platz. Zur Abkürzung der Verhandlungen legte 
er den Revolver ans den Tisch. Nachdem er dem Dichter 
mit einigen gotteslästerlichen Flüchen das landesübliche Will 
kommen geboten, sagte er ihm: „Herr Sardon, Sie wissen, 
Zeit ist Geld. In siebzehn Minuten geht der Zug nach 
Paris zurück, den ich benutzen muß, um den Courierzug 
nach Havre zu erreichen. Von hier zur Bahn brauche ich 
zehn Minuten; wir haben also sieben Minuten Zeit. Ich 
brauche ein Stück von Ihnen zur Weltausstellung. Sie 
werden das Stück auf' keiner europäischen Bühne und über 
haupt nicht vor Schluß der Ausstellung ausführen lassen. 
Ich werde der alleinige Besitzer für Amerika sein. Keine 
cmpsindsame Ehebruchsgeschichte, wenn ich bitten darf; wir
        
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