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Full text: Durch die Märkische Schweiz (Public Domain)

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Reutze seine Tage. Ein Waidmann war er, von altem Sehrot 
und Korn wie Graf Hackelbernd, und gleich ihm musste auch 
er seine Leidenschaft mit dem Leben Wissen. 
„Heiss tobte die Jagd über Klippen und Dämme 
Wo ist er? Wo ist er, der Hirsch? Ho! ho! 
Sie biegen haarscharf um die hemmenden Stämme, 
Da kommt er! da kommt er! Hallo! Hallo! 
Die Wangen glühen, die Herzen klopfen, 
Hoch da! Hoch da! Hetz! hetz! .... 
Da setzte der „Hirsch mit gabliger Krone am stolzen 
Geweih“ in Todesangst in eine Schlucht hinein, die „Kehle“ 
an ihrer schmälsten Stelle, des tollen Junkers Pferd war nicht 
zu halten, sie stürzten nach und Hirsch, Koss und Reiter 
brachen den Hals! Jeder Pritzhagener, wo die Reutze’s ein 
gesessen waren, weiss die Stelle zu zeigen. 
Wir treten aus der Schlucht in’s Freie, ein „Elysium" 
nimmt uns auf. Ruhe, tiefe Stille atmet hier über den An 
lagen, in den Wipfeln der Bäume und über der freundlich 
lächelnden Fläche des grossen Tornow-See’s. Das ist ein 
lieberer Geselle, wie der uns vorher so dämonisch nach 
schauende finstere kleine Bruder. Und seinem Charakter 
entspricht auch das zierliche Schweizerhaus, der Sommersitz 
der von Itzenplitz, Haus Tornow, und das daneben liegende 
freundliche Försterhaus. 
Doch jetzt meldet sich ein unruhiger Geselle, den nicht 
die romantischsten Sagen, poetischsten Wege und herrlichsten 
Landschaften besänftigen, er schwärmt zwar auch für Aussichten, 
aber sie sind recht realistischer Natur: Essen und Trinken. 
Nun „dem Manne kann geholfen werden“ sagen wir uns 
resignirt wie Moor und sprechen beim Marsch zur Stadt im 
freundlichen Schweizerliaus an der plätschernden St obere w 
für kurze Zeit vor, dann aber geht’s im beschleunigten 
Geschwindschritt durch die Linden- und Königsstrasse zum 
Hotel zurück und nach gründlicher Restauration in den Sattel 
gen Wriezen.
	        
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