Path:
Text

Full text: Zum Lausitzer Grenzwall (Muskau)

— 24 
spült. Spremberg, das slavische lirodk d. i. Burg, liegt 
auf einer von der wildlebendigen Spree umflossenen 
Insel, der gegenüber nach allen Seiten die Ufer des 
Flusses, besonders aber im Osten zu ansehnlicher Höhe 
aufsteigen. Auf diesen Bergen opferte einst die wendische 
Völkerschaft der Milzaner ihren recht ungestalteten Götzen 
bildern. Hauptort des kleinsten Kreises der Mark, ist 
die Stadt dem Geographen als Mittelpunkt des deutschen 
Reiches — seit 1871 — bekannt, auch der Kaufmann weiss, 
dass der Ort Sitz bedeutender Tuchfabriken ist, im übrigen 
aber ist die Stadt nur dem Kamen nach bekannt und selten 
wird ein Tourist diesen abgelegenen Erdenwinkel betreten. 
Denn trotzdem Spremberg so leicht zu erreichen, obgleich 
es dicht am überlaufenen Spreewalde und in der Kähe des 
reizenden Badeortes Muskau liegt, nur sehr, sehr wenigen 
ist die schöne Lage und idyllische Umgebung der Stadt 
bekannt. 
Sehr einförmige Gegend! So urteilt der Eisenbalm 
reisende, der sich am Bahnhof vergebens nach der Stadt 
umsieht. Verschmäht er es jedoch nicht die Kirschallee ent 
lang zu wandern, so wird er entzückt sein von der Katur- 
schönheit, die sich dem Auge bietet. Von Anfang an besser 
wird der von Drebkau oder Muskau zur Stadt hinunter 
schiebende Radler urteilen, da er von Osten oder von 
Westen kommend, über Einförmigkeit nicht zu klagen hat. 
Am links liegenden Tesclmit/.thal ziehen wir nun an 
einigen Villen vorüber. Durch die breit am linken Ufer der 
Spree angelegte Neustadl mit den geraden Strassen und 
unendlichen Fabriken durch die Dresdener Strasse über die 
Lange Brücke der Spree zum Markt, wo wir einstweilen 
im „Rautenkranz“ ein gutes Quartier beziehen. 
Sobald wir die Lange Brücke — mit hübschem Ausblick 
auf die grünbebuschten Spreeufer — überschritten haben 
und am stattlichen Postgebäude vorüberfahrend, die schmale 
zum Markt führende Strasse betreten, umfängt uns die pa 
triarchalische Altstadt. In der Schulgasse strecken z. B.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.