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Full text: Zum Lausitzer Grenzwall (Muskau) (Public Domain)

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„Sonne“ zum schnellen Umtrunk verleitet, stellt das 1880 
von Sehring erbaute Rathaus mit seinen zierlichen Erkern, 
schlanken Türmchen und malerischen Giebeln, mit der 
schönen Freitreppe und dem zierlichen Gebälk in wohl- 
thuendem Gegensatz zu den glatten, nüchternen, kleinen 
Häusern und der plumpen wendischen Kirche stehend. 
Mit dem schmucken Sitz der Entmannen steht in 
schönem Einklänge die uralte, dreischiffige gotische Haupt- 
kirche, mit dem schon meilenweit vorher sichtbaren, mäch 
tigen Westturm, von dem sich sowohl ein prächtiger Blick 
auf die Gassen und Gässchen des friedlichen Städtchens, wie 
auch auf die Felder und Wälder des dunklen Lausitzer 
Höhenzugs im Süden und auf die Türme der von Norden 
nach Osten sich folgenden Spreewaldstädte Lübbenau, 
Vetschau und Kottbus bietet. 
Mit einer Wanderung durch die, an Stelle der Ring 
mauern getretenen Anlagen mit dem hübschen Krieger 
denkmal und einem Mordkreuz schliessen wir unseren 
Streifzug durch Kalau und wenden unsere Räder ostwärts, 
um, den Bahnhof der „Bimmelbahn“ passierend, angesichts 
des an unserer rechten Seite sich entlang ziehenden herr 
lichen Bergpanoramas die Wallfahrt gen Drebkau fortzü- 
setzen. 
In leichtem Fall und wenig welligem Hügelland führt 
die Chaussee in anmutiger Gegend durch das Dorf Ogrosen 
und das reizende, romantische Schloss Alt-Döbem der Fa 
milie von Witzleben mit dem wunderbar schönen Park und 
interessanten ehrwürdigen Kirche rechts liegen lassend, durch 
ausgedehnte Waldungen zum kleinen Drebkau, das in der 
mittelalterlichen Geschichte der Niederlausitz eine wenig be 
neidenswerte Rolle spielt. 
Dies wenig erfreuliche Bild bot jedoch weniger das 
wohl nie recht bedeutend gewesene Örtchen mit seinen still 
dahinlebenden Ackerbürgern, als das hier, vor etwa fünf 
und ein viertel Jahrhundert, in der Zeit allgemeiner po 
litischer Verwirrung und sittlicher Entartung blühende Raub
	        
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