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Full text: Ueber den Fläming

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hier zu verweilen nach dem Altarspruche "Friedrichs des 
Weisen, der übersetzt lautet: 
„Wanderer, wenn Du nur auch mit flüchtigem Auge 
das Grab schaust; 
Hemm ein wenig den Schritt hier an dem heiligen Ort.“ 
Wir gehen den gleichen Weg zurück, um die dicht beim 
Markt gelegene Stadt- und Pfarrkirche zu besichtigen, 
in welcher schon seit Neujahr 1522 durch die Augustiner 
der Anfang eines evangelischen Gottesdienstes gemacht wurde. 
In diesem altehrwürdigen Gotteshause hat Luther häufig 
gepredigt, wenn er den frommen Bugenhagen vertrat. Der 
östliche niedere Teil der Kirche, . ursprünglich eine kleine 
Kapelle, war schon um 1182 vorhanden; die jetzige alter 
tümliche, der Jungfrau Maria geweihte Kirche besitzt zwei 
bis zur Gallerie 120, bis zur' Spitze 195 Fuss hohe viereckige 
Türme, welche mit sechskantigem, doppelt gekuppeltem Auf 
satz gekrönt sind. 
Das Portal zwischen den beiden Türmen mit Darstellung 
der allerheiligsten Jungfrau, Christi und verschiedener Heili 
gen im Relief, ist ausserordentlich sehenswert. Schöner noch 
sind die im rein gotischen Stil gehaltenen Sandsteinportale 
an der Süd- und Nordseite der Kirche, die auch noch einen 
vierten Eingang durch den Treppenturm auf der Nordseite hat. 
An einen Mitstreiter Luthers erinnert an der Superin- 
tendantur — Bugenhagen-Haus — eine Tafel, welche mel 
det: „Hier wohnte, wirkte und starb Dr. Johannes Bugen 
hagen, Generalsuperintendent des Kurkreises, geb. zu Wollin 
in Pommern den 24. Juni 1485, gestorben in Wittenberg 
den 20. April 1558. Hebräer 13,7.“ Dieser treue Mitarbei 
ter Luthers, der Braunschweig, Hamburg, Lübeck, Pommern, 
Dänemark für das Evangelium gewann, hat in Wittenberg, 
von 1523 bis zu seinem Tode, an der Stadt- oder Pfarrkirche 
gewirkt. 
Nun wenden wir uns zur Collegienstrasse, wo sich die 
Friedenciamim-Kaserne erhebt. Das Friedericianum war 
ein grosses akademisches Gebäude, das zu der 1502 von
        
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