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Full text: Ueber den Fläming

Für Vergnügen nach gethaner Arbeit ist auch in den 
längs der Treuenbrietzener Chaussee liegenden verschiedenen 
Gastwirtschaften gesorgt, in denen es recht fidel zugeht. 
Wir lenken jedoch zwischen Stein 5,2 und 5,1 links ab, um 
einem idyllischen Plätzchen, dem an der Jiieplitz gelegenen 
Forsthaus Frohnsdorf, unseren Besuch zu machen. Von 
diesem Erdenflecken kann der Dichter wohl singen: 
„0 stiller Ort der Einsamkeit, 
Kein Hauch der Stadt mit ihrem Rauschen! 
Ihr wirres Hasten liegt so weit, 
Und raheschwelgend kann ich lauschen: 
Ich lieg’ im Grase halb im Traum, 
Die Sonne blinzelt durch die Blätter, 
Und über mir im blauen Raum 
Jauchzt rastlos Trillern und Geschmetter.“ 
Kurz nur ist die Zeit der Rast, dann heisst’s trotz des 
etwas zu heiter lachenden Sonnenscheins zur treuesten Stadt 
der Mark zu pedalieren, nach Treuenbrietzen. Das an 
mutige, freundliche, recht alte Städtchen, mit seiner durch 
die Strassen rinnenden Bache, einem Zufluss der Nieplitz, wurde 
in früheren Zeiten brizene oder Briezen genannt, als es jedoch 
in den Kämpfen zwischen dem falschen Waldemar und dem 
Landesfürsten Ludwig dem Aelteren, letzterem unentwegt 
zur Seite stand, erhielt es den Namenzusatz, der es heut zum 
stolzen Treuenbrietzen stempelt. Diese Festigkeit scheint jedoch 
auch finanziell von guten Wirkungen auf den Stadtsäckel ge 
wesen zu sein, denn — werdet nicht neidisch, ihr Bürger anderer 
Städte — hier hat Niemand Steuern zu zahlen! 
Wenn jeder nun Tourist mit liebevoller Hochachtung 
auf das so „anspruchslose“ Rathaus blickt, geschieht es 
keinenfalls allein, um die auf die Namensänderung bezügliche 
lateinische Inschrift zu studieren, die da lautet: „Haec urbs 
promeruit, quae britzia fida vocetur: Principibus belli tempore 
fida fuit“, zu deutsch etwa: „Dies ist die Stadt, die verdient 
dass sie Treuenbrietzen genannt wird, denn in den Zeiten 
des Krieges blieb sie den Fürsten treu“. Im übrigen ist die Stadt
        
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