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Full text: Ueber den Fläming (Public Domain)

Trocknen Fusses können also, den Juden weit überlegen, 
die Jüterhoger so oft sie mögen, den so wunderbaren bibli 
schen Zug ausführen. 
1644 kam es auf der Birkhaide zu einem blutigem Zu 
sammentreffen zwischen Grallas und Torstenson, in deren 
Folge die schon dreiviertel verwüstete Stadt 26000 Schweden 
beherbergen und noch eine Contribution zahlen musste, denn 
wie Torstenson behauptete, Jüterbog war ein Mehlsack und 
etwas kam immer noch heraus, wenn man das Schütteln ver 
stand. Nun geschüttelt wurde die Stadt auch im 7jährigen 
Kriege genug und auch 1813, als General Bülow die Fran 
zosen am 6. September unter Marschall Ney auf den Feldern 
von Dennewitz schlug. 
Dass an einer so wichtigen Stelle schon in vorchrist 
licher Zeit ein Ort stand, ist kaum erwähnensnütig. Besagt 
es doch schon der Name, denn .Tutro-bog ist slawisch und 
heisst Morgengott. Wilzen und Wenden verehrten hier die 
aufgehende Sonne. Witsche-bog „Sonnengott-Stadt“ nennen 
die Lausitzer Wenden Jüterbog ja noch heut. Man wall- 
fahrtete nach dem Golmberge, der höchsten Erhebung des 
Fläming, zur Feier des längsten Tages am 24. Juni, ein 
Brauch den die christliche Kirche in der festlichen Begehung 
der Johannisnacht aufnahm. 
Auf dem Neumarkt in Jüterbog soll der Haupttempel 
des Sonnengottes gestanden haben. Aus Schilderungen säch- 
sicher Missionare weiss man, dass die praktischen wendischen 
Priester mit ihren Tempeln Wirtshäuser und Börsen zu ver 
einigen wussten. 
Ein Teil der alten Befestigungen ist noch erhalten, so 
das Zinnaer-Thor, durch welches wir einfahren. Ausser 
diesem jedoch noch das besser erhaltene Neumarkts- und 
Dammthor, die mit ihrer gotischen, hochstrebenden Ziegel 
stein-Architektur sehr interessant wirken. Sind auch die 
Stadtmauern verschwunden, so g'eben noch eine Anzahl Wart 
türme rund um die im Laubgrün eingebettete Stadt Zeugnis 
von der früheren Wehrhaftigkeit. Der Hauptanziehungspunkt 
Eadler-Streifzüge durch die Mark Brandenburg, VI. 
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