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Full text: Ueber den Fläming

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lieber Woltersdorf rollen wir der alten Burg' „Luch 
im Walde“ entgegen. Aus der weiten Niederung der Nuthe 
leuchten zu unserer Rechten die einer Sage nach, schon von 
Karl dem Grossen auf seinem Zuge gegen die, vor den 
Slawen hier gehaust habenden Wilzen, angelegten Burgen 
Frankenfelde und Frankenförde mit ihren hellroten Ziegel 
dächern. Schon Ende des zwölften Jahrhunderts war von 
Albrecht dem Bär bei dem Dorfe Rode, das später verschwand 
ein Wartturm „luka“ gleich Wiese, angelegt worden, der zu 
einer Feste umgestaltet und mit elf Dörfern 1285 von den 
Cisterzienser München für das Kloster Zinna angekauft wurde, 
welche den Bewohnern neben Ackerbau allerlei Gewerbe 
lehrten, sodass Luckenwalde bald zu einem industriellen 
Orte aufblüte. dessen Bierbrauereien eines recht guten Rufes 
genossen. 
Heute als ein 
Hauptort der, von 
F riedrich demGrossen 
durch Geraer 
Kolonisten hierher 
verpflanzten Tuch 
weberei bekannt, 
zeigt der seit 1808 
erst Stadtrechte 
erlangte Ort wenig 
Altertümliches, 
ausser der am Markte Luckenwalde, Stadtkirche, 
aufragenden poetischen Jolianneskirche mit dem ursprünglich 
wohl nicht dazu gehörigen Feldsteinturme. Einen Spreewald 
im Kleinen bietet der recht liebliche und schattige, zur 
Fähndrich’schen Fabrik gehörige Park, das aus unzähligen 
Nuthearmen gebildete Eisthal. Damit haben wir auch das 
Ende Luckenwaldes erreicht und ferner tönt schon das 
klappernde Geräusch der nimmerrastenden Webstühle. 
In flotter Fahrt überschreiten wir die Küthe und haben, 
nachdem wir die kleine Gemeinde Lindenberg' durchquert,
        
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