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Full text: Ueber den Fläming

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Treuenbrietzen und Belitz, sowie von Trebbin und den Klöstern 
Zinna und Lehnin mit der „faulen Grete“ sandte, da war's 
mit der Herrlichkeit der, durch einen kaufmännisch berechneten 
Streich in den Besitz der Quitzow’s gelangten Burg vorbei. 
Die erste Kugel liess den Verteidiger Goswin von Bredelow 
kapituliren. 
Wann „Slawisch-Buten“ erbaut wurde, ist nicht zu er 
mitteln. 1375 überliess die Burg Henning von Gröben an 
Beteke von Rudow, von dem sie 1381 Henning von Ziesar 
kaufte und seinem Sohne Kuno vererbte, welchem dann 
Johann von Quitzow die Feste in schlauer Weise 1410 ab 
nahm. Uebrigens war Schloss Beuthen die letzte der Quit- 
zow’schen Erwerbungen. Aber ihre Geschichte ist so launig 
und ergötzend, dass man sie in ihrer ganzen Komik nachlesen 
muss, wir erzählen sie nur in kurzem Abriss. 
Zwei magdeburgische Edelleute. Heinrich von Isenburg 
und Johann von Treskow, wackere Spiessgesellen Johann 
von Quitzow’s, sagten dem, wohl die Güter, aber nicht die 
Tapferkeit seines Vaters ererbt habenden Kuno von Ziesar, 
ohne jede Ursache Fehde an. Obwohl total verblüfft, sah 
Letzerer, dass er mit seiner Handvoll Leute die Burg gegen 
das Raubgesindel nicht halten könne, vermauerte also sein 
ganzes Baarvermögen im Keller und ritt, in der frohen Zu 
versicht, dass der Schatz nicht gefunden würde, mit seinem 
Gemahl in flottem Trab nach Trebbin, die Burg dem anzie 
henden Feinde überlassend. 
Die beiden Raufbolde nahmen nun die Feste nach kurzer 
Gegenwehr der Besatzung, aber sie fanden auch das Geld, 
an 1300 Schock böhm. Groschen — das Schock galt gleich 
zehn Tlialern — und eine Menge silberner Gürtel, Becher 
und anderes mehr. Kuno, im Glauben an die Unauffindbar 
keit des eingemauerten Schatzes, verhandelte nun mit den 
beiden: sie sollten das Schloss räumen, er wolle dafür in 
gewissen Terminen 700 Schock zahlen, wofür Johann von 
Quitzow bürge. Der Vertrag kam zu Stande. Die Edel 
leute zogen aus der Burg ab, wobei Hans von Treskow, der
        
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