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Full text: In's Mecklenburg'sche (Müritz-See.)

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An der fast an Hermsdorf anschliessenden, alten An 
siedlung Glienicke, einem stillen traulichen Dörfchen und 
dem, einstmals als Haltestelle der zwischen Berlin und Mecklen- 
burg-Strelitz fahrenden Post, recht wichtigen Bandkrug flogen 
wir in flotter Fahrt vorüber, zwischen den steilen, waldigen, 
die Chaussee begrenzenden Hügeln der Bieselhaide entlang 
und hatten das Spandauer Fort passiert, ohne es recht zu 
wissen. Der vielversprechende Name bezeichnet nämlich 
weiter nichts, als ein ganz einfaches Gebäude, in dem ein 
Waldwärter, sogenannter „Regimenter“, mit einigen Arbeitern 
haust. Das „Fort“ ist aus „Pforte“ verballhornt worden, 
unter dieser Bezeichnung kannte man in alten Zeiten die 
hier gelegene enge, von Brüchen eingefasste Stelle des Span 
dauer Weges. 
Bald hatten wir die Haltestelle Stolpe der Nordbahn 
erreicht, links leuchteten aus der Kiefernwaldung die 
Giebelwände des einst der Kurfürstin Luise Henriette ge 
hörigen Ortes auf, dann rollten wir über Hohen-Xeuendorf 
auf Birkenwerder zu, das durch seine kleinen Seen, statt 
lichen Waldungen und romantisches Iliesefliess grosse An 
ziehungskraft auf die Bewohner Berlins ausübt. 
Birkenwerder ist königliches Amtsdorf und wird schon 
um die Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt, zu welcher Zeit 
es Johann von Buch gehörte, der bekanntlich dem askanisehen 
Markgrafen häufig mit bedeutenden Geldmitteln aushalf. 
Später erhielten die Grafen zu Lindow das Dorf, das in 
weiteren Zeiten kurfürstliches Eigentum wurde. 
Von Birkenwerder lassen sich schöne Spaziergänge unter 
nehmen, so zur Eisenquelle und Untermühle, weiter gewährt 
auch eine Wanderung im lieblichen Briesetlial ungemein 
hohen Reiz, da eine reiche Vegetation von Schilf, Gräsern 
und mancherlei Strauchwerk mit vielen Laubbäumen durch 
setzt, die anmutigen Ufer des kleinen Waldbaches schmückt. 
Vor der stattlichen romanischen Backsteinkirche hat 
das wohlhabende Bauerndorf dem Kaiser Wilhelm I. ein 
hübsches Denkmal errichtet.
        
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