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Full text: Zur Uckermark

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Für den guten Radtonristen 'kann es kein grösseres 
Vergnügen geben, als durch das mit landschaftlichen Reizen 
so ausserordentlich reich ausgestatte Gelände der Uckermark 
dahin zu ziehen. Und wenn die Fahrt bis Prenzlau auch 
ein wenig lang ist, die breiten, fruchtbaren Felder zu beiden 
Seiten der Strasse fliegen bei dem angeschlagenen flotten 
Tempo so schnell vorüber, dass eine gewisse Einförmigkeit 
garnicht fühlbar werden kann; zwischen hinein tauchen auch 
hin und wieder Dörfer und hell herüberschimmernde Seeen 
auf und so passieren wir Meicliow und sind im uralten Gramzow 
angelangt, ohne auch nur die geringste Ermüdung zu spüren. 
Grramzow, Uckermark. 
Der Ort fällt schon von Weitem wegen seiner Grösse 
auf und man hält sich für berechtigt, ihn für eine Stadt zu 
nehmen. Er könnte wohl auch nach Einwohnerzahl unter 
die kleineren rangieren und die herrschende Wohlhabenheit 
würde erforderliche Mehrlasten nicht so tief empfinden. Unser 
jetziger Kaiser, welcher als Prinz 1883 hier während des 
Manövers einquartiert war, glaubte wohl auch, sich in einem 
Städtchen zu befinden, da er in einem eigenhändigen Schreiben, 
das im Schulzenamt unter Glas und Rahmen aufbewahrt ist, 
den „Bürgern der Stadt Gramzow“ für ihre Huldigung dankt. 
Wäre es ein Kaiserbrief gewesen, so hätte nach der Regenten 
regel „quod scripsi, scripsi“ und „quod dixi, dixi“ Gramzow 
sich bequemen müssen, Stadt zu werden, was für den wie
        
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