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Full text: Zur Uckermark

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der askanisclien Fürsten stets zu erfreuen und huldigte auch 
dem sogenannten „falschen“ Waldemar im Jahre 1348, wofür 
ihr viele Vorrechte verliehen wurden. Drei Jahre später 
geriet es jedoch in pommerschen Besitz; aus welchem es der 
erste Hohenzoller, nachdem er die Pommern am 27. März 1420 
geschlagen, befreite. Entsetzlich hatte die Stadt unter den 
Hussiten zu leiden, die aber Engel waren gegen die Kaiser 
lichen unter Wallenstein, der die Einwohner derartig drückte, 
dass sie ganz verzweifelt einfach davon liefen. Diesen Feld 
herrn löste Piccolomini mit seinem Regiment ab und hauste 
so „henkermässig“, dass bei seinem Fortgange wirklich noch 
hundert Hofwirte lebten. Aber auch das waren noch zu viel, 
denn am Schlüsse des dreissigjährigen Krieges existierten nur 
noch zwanzig blutarmeBürger. Auch bei allen späteren Kriegen, 
hat Angermünde bis zum Befreiungskriege hin, Schweres 
leiden müssen. 
Es ist überraschend, dass trotz der vielfachen Heim 
suchungen noch verhältnismässig zahlreiche Denkmäler mittel 
alterlicher Baukunst erhalten sind, so der Glanzpunkt aller, 
die an der ISTordseite der Stadt sich erhebende Pfarrkirche 
St. Marien. In ihren ältesten Teilen des Westturms und 
des Langhauses der Mitte des 13. Jahrhunderts angehörend, 
rühren die weiteren aus dem 15. und sind jetzt restaurirt. 
Sie enthält sehenswerte Altertümer. 
Interessant ist auch die gut erhaltene Stadtmauer, der 
einst stark befestigten Stadt, von deren Mauertürmen der 
Pulverturm erwähnenswert. Dieser runde Turm an der Süd 
seite der Stadt trägt eine achteckige, massive Spitze und 
Zinnenkranz; das obere Stockwerk desselben ist mit einem 
Kreuzgewölbe überdeckt. Der Turm, auf dessen Dach jetzt 
die Störche nisten, und der über 600 Jahr alt ist, war einst 
die Hauptwarte, später diente er als Marterkammer, als 
Gefängnis und dann als Pulverturm. 
Eine weitere Zeugin aus den frühesten Zeiten der Stadt 
finden wir in der 1292 mit dem Kloster der Franziskaner 
technisch vollendet errichteten umfangreichen, aber turmlosen
        
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