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Full text: Zur Uckermark

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eine etwas dürftige Sammlung, die auf den stolzen Namen 
„lfussiten-.Museum"' keinen rechten Anspruch hat. Zum 
Andenken an die Befreiung von den die Stadt am 23. April 
1432 hart bedrängenden Hussiten wird auch jetzt noch all 
jährlich am Montag vor Himmelfahrt ein Fest gefeiert. 
Was nun die angeblich grosse Schlacht vor dem Mühlen- 
thore betrifft, so ist in neuester Zeit festgestellt worden, dass 
die Hussiten etwa 8000 Mann stark unter der Führung von 
Czapek, Osik und Bedrzich — also nicht Kostka oder Prokop — 
vor Bernau erschienen und die Stadt berannten. Als aber ihre 
wiederholten Sturmläufe von den Bernauer Bürgern tapfer 
zurückgeschlagen wurden, gaben die Feinde jeden weiteren 
Versuch auf und traten, wahrscheinlich noch an demselben 
Tage, den von ihnen schon vorher beschlossenen Rückzug 
an. Für den Ausfall nun, den die Bernauer unternommen 
haben sollen oder für die Schlacht auf dem Ruthenfelde be- 
ruftman sich auf die Worte der ältesten Urkunde vom Jahre 1432: 
„Auch wurden Viele 
durch uns vor unserer 
Stadt getödtet u. ver 
brannt.“ Dass diese 
Berufung auf recht 
schwacher Basis be 
gründet ist, geht wohl 
zur Genüge aus dem 
sehr ungleichen Ver 
hältnis zwischen Be 
lagerern und Belager 
ten hervor. Die Ber- 
nauer werden klug 
hinter ihren Mauern 
geblieben sein. Kann 
nun auch von einer 
Hussitenschlacht bei 
Bernau im vollsten 
Sinne des Wortesnicht 
Rathaus Biesenthal.
        
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