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Full text: Zur Uckermark (Public Domain)

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Einen Beweis für die besondere Wohlhabenheit damaliger 
Zeit geben die grosse St. Marienkirche, das St. Georgen- 
Hospital, die Mauern, Tünne und Wälle der Stadt, ebenso 
auch die frühere eigene lateinische Schule, aus welcher viele 
gelehrte Männer hervorgegangen sind. — Der grosse Brand 
im Jahre 1406, bei welchem auch das Rathaus niederbrannte, 
konnte bei dem Vermögensstande der Einwohner auf die 
geschäftlichen Verhältnisse nur wenig Nachteil hinterlassen. 
Auch die 1432 durch die Hussiten erfolgte und mit einer 
Niederlage derselben beendete Belagerung liess für den Reich 
tum der Stadt nachteilige Folgen nicht zurück, bis dann die 
Pest im 16. und im folgenden Jahrhundert der dreissigjährige 
Krieg die Stadt entvölkerten und ihren Wohlstand vernichtet en. 
„Wer Fluss und Ziska nennet, 
Der nennet auch Bemau, 
Städtlein klein und enge, 
Und dennoch wert der Schau.“ 
Das einzige noch er 
haltene Thor Bernaus 
führt uns in die sagen 
hafte Hussiten- 
belagerung zurück. Es 
ist das mit einem drei 
stöckigen, stattlichen 
Turmgebäude . gezierte 
Königsthor, frühere 
Steinthor, in dessen acht 
Meter tiefes Verliess 
man nicht ohne gelindes 
Grauen blickt, wenn auch 
über seine frühere 
Benutzung nichts Sicheres bekannt ist. Im ersten Stock 
werk jedoch und zwar in dem über die Durchfahrt 
gelegenen, früher als Gefängnis benutzten Raume befinden 
sich die aufbewahrten Erinnerungen an den Sturm der Hussiten, 
bestehend in Rüstungsstücken, Armbrüsten, Pfeilspitzen etc.,
	        
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