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Full text: In die Ost-Priegnitz

— 16 — 
Auch keiner der glücklich Geretteten war 
Verletzt bei dem wirbelnden Fall. 
Doch wo sich der einfache Kirchturm erhebt, 
Erstand eine Feste gar bald, 
Von Schwertergerassel ir 1 Sporengeklirr 
Und fröhlichen Stimmen durchschallt. 
Und über dem Thore in Felsstein gehaun, 
Von ewigem Epheu umkränzt, 
Geschmückt mit dem Bock und der Leiter dazu, 
Ein leuchtendes Wappenschild glänzt. 
Es wurden der Bock und die Leiter gewählt 
Für Friesack mit Fug und mit Recht, 
Sind sie doch d : e Zeichen, die kühn sich errang 
Das edele BrfcJow-Geschlecht. 
Rach einem kurzen Erholungstrunk in dem als vorzüglich 
bekannten Gasthaus „Zur Burg Friesack“ setzen wir unsere 
Entdeckungsfahrt nunmehr in der eigentlichen Prignitz fort. 
Rechts und links dehnen sich weite Felder, hier frisch- 
umgepflügt, kräftig duftenden Erdgeruch ausströmend, dort 
frischgrün die junge Saat zeigend. Und über den breiten, 
welligen Flächen spielt die Sonne mit ihren Farben und setzt 
wechselnde glimmernde, gleissende Lichter auf. Das Alles 
sehen wir, schauen wir uns im mühelosen Dahinrollen beinahe 
tiefverständig an und unsere Brust hebt und weitet sich in 
einem garnicht definirbaren Wonnegefühl. Schon liegen die 
Dörfer Segelet/ und Bückwitz hinter uns. linker Hand ein 
wenig vom Wege ab, taucht ein drittes auf. Was ist's? 
Kampehl. 
Kampehl? Kampehl? — Harmlose Jugenderinnerungen 
wachen in uns auf. Kampehl! Richtig hier hat sich die 
traurige Mordgeschichte zugetragen, die uns im Alter von 
10 Jahren beim Studieren unseres Lesebuches eine Gänsehaut 
nach der anderen über den Rücken jagte. Hier hat der Ritter
        
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