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II. Die zweite Wanderung durch die Denkmäler der Reichshauptstadt

Full text: Die Denkmäler Berlins / Müller-Bohn, Hermann (Public Domain)

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Schanzen. Links die feierliche Einsegnung und der Abschied der zum 
Kampfe Ausziehenden. Der evangelische Geistliche zur Linken, welcher 
die aus den Stufen des Altars Sitzenden tröstet, trägt die Züge des 
Predigers Hoffmann, der rechtsstehende katholische Geistliche die des 
Feldprobstes Paldran. Die links von dem Altar stehenden drei Männer 
gestalten tragen die Züge des Oberhofbaurats Professor Strack, des Er 
bauers der Säule, sowie der Geheimräte Knerk und Herrmann, Mit 
glieder der Denkmals-Baukommission. Mitten in der Gruppe der Aus 
ziehenden, hoch zu Rosse, der alte Feldmarschall Wrangel. In dem 
Antlitz des Reiters hinter ihm hat sich der Bildhauer Calandrclli, der 
Schöpfer dieses und des nebenstehenden Reliefs, verewigt. Die rechts 
seitige Hälfte dieses Reliefs zeigt die Erstürmung der Düppeler Schanzen. 
Im Hintergründe die stark bewehrten Schanzen, zu deren Höhe die helden 
mütigen Soldaten unter Führung des Generals von Raven, der in diesen: 
Sturm fiel, kühn emporklimmen. In der Mitte eine im wütenden Hand 
gemenge kämpfende Gruppe, neben welcher der Ingenieur-Lieutenant 
Lommatsch, die Sturmfahne in der Rechten, schwerverwundet hingesunken 
ist. Rechts die kühne Gestalt des dänischen Lieutenants Anker, des 
heldenmütigen Verteidigers der Schanze 2, den Revolver auf die An 
stürmenden abfeuernd. 
Das Relief ans der Nordscite, 
modelliert von Moritz Schulz, giebt ein Bild aus dem Kriege von 1866. 
Im Mittelpunkt des signrenreichen Reliefs ist der denkwürdige Augen 
blick dargestellt, in dem König Wilhelm I. auf dein Schlachtfelde von 
Königgräh dem Kronprinzen, der durch sein rechtzeitiges Eintreffen die 
Entscheidung der Schlacht herbeigeführt, den Orden pour Is msrits über 
reicht. Zur rechten Seite des Königs Bismarck, Kriegsminister von 
Roon, Chef des Generalstabes von Moltke und General von Voigts- 
Rhetz; der Kronprinz in der Mitte seines Stabes, umgeben von den 
Generalen von Blumenthal, von Stosch und dem „Löwen von Nachod", 
dem greisen General von Steinmetz, sowie Prinz August von Württem 
berg. Zur Linken dieser Hauptgruppe, auf hohem Rosse Prinz Friedrich 
Carl, einem wilden Reitergefecht zugewendet, welches den Kampf von Nachod 
andeutet. Ganz links bezeichnet ein Bild des heiligen Nepomuk den 
Schauplatz, auf welchem sich der Krieg von 1866 vorzugsweise abgespielt, 
den böhmischen Boden. Auf der rechten Seite, das Relief abschließend, 
Samariter bei ihrem Liebeswerk.
	        
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