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II. Die zweite Wanderung durch die Denkmäler der Reichshauptstadt

Full text: Die Denkmäler Berlins / Müller-Bohn, Hermann

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des geknechteten Vaterlandes in das Feld ziehenden Krieger, von Weib 
rath Kindern Abschied nehmend; kampfesmutig reißt sich auch der 
schwertgegürtete Jüngling aus den Armen der liebenden Braut. In 
der folgenden Gruppe ist die thätige Barmherzigkeit dargestellt, bestrebt, 
das durch den Uebermut des fremden Eroberers heraufbeschworene Un 
glück und Elend zu mildern. Eine Frauengestalt von himmlischer Schöne 
reicht dem erblindeten, von einem jungen Mädchen geführten Greise eine 
Gabe; rechts davon eine Samariterin, um das Haupt des verwundeten 
Kriegers den Verband legend, während ein junges Mädchen das lindernde 
Öl in eine Schale gießt. Die helfende Liebe der edlen Königin, die sich 
in den Unglücksjahren zur Linderung der Not all ihres Schmuckes be 
raubte, ihre Juwelen verkaufte, und selbst in ihrer Häuslichkeit in 
Königsberg und Memel sich Beschränkungen auferlegte, findet in dieser 
Gruppe eine schöne Verstnnbildlichnng. Das folgende Bild, die Heim 
kehr, ist von ergreifender Wirkung. Der aus dem heiligen Kampfe 
zurückgekehrte, eichenlaubgeschmückte Krieger übergiebt mit schmerzvoll ab 
gewandtem Antlitz das Schwert des auf dem Felde der Ehre gebliebenen 
Kriegers der gramgebeuglen Gattin, an deren Haupt die Mutter trauer 
voll ihr Antlitz birgt. Die letzte Gruppe bringt die Freude des 
Wiedersehens nach glücklich beendetem Kampfe zur Darstellung. 
Freudig hält der gesund heimgekehrte junge Krieger die Braut um 
fangen. Den Empfang der Truppen versinnbildlicht eine Knabe, der die 
mit Bändern und dem Lorbeerkranz geschmückte Fahne freudig den Heim 
kehrenden entgegenschwingt. 
Höhe der Figur 2,78 m, des Sockels 4,22 m. Kosten rund 
100 000 Mark, durch freiwillige Sammlungen aufgebracht (Beitrag der 
Stadt Berlin: 50 000 Mark). Das Denkmal, welches die edle Fürstin, 
den Liebling des deutschen Volkes, in ihrer ganzen Holdseligkeit darstellt, 
ist alljährlich am 10. März, ihrem Geburtstage, das Wallfahrtszicl vieler 
Hunderter von Verehrern. 
Ihm gegenüber, ganz in der Nähe, das dem Andenken des Gemahls 
der Königin Luise gewidmete 
Denkmal des Lönigs Friedrich Wilhelm III., 
modelliert von Franz Drake. Auf dem achteckigen Unterbau mit dem 
cylindrifchen Sockel aus carrarischem Marmor erhebt sich die hohe Gestalt 
des Königs. Jni einfachen Überrock, mit unbedecktem Haupte, die linke 
Hand auf die Brust gelegt, die einen Blumenkranz haltende Rechte auf
        
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