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I. Das Reiterdenkmal des großen Kurfürsten

Full text: Die Denkmäler Berlins / Müller-Bohn, Hermann

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die Widmungsinschrift: „Dem Könige Friedrich Wilhelm III. König 
Wilhelm 1863". Zn Klios Linken ein gestürzter französischer Adler, 
darüber ein Lorbeerkranz mit der Inschrift: Belle-Alliance; znr Rechten 
Schwert und Helm, vom Lorbeerkranz umwunden, auf dessen Bändern 
die Inschrift: „Leipzig, Paris". 
Die rechte Seitenfläche des Sockels, dem Dome zugewendet, zeigt 
in sinnbildlicher Weise die herrliche Erhebnng des Volkes znm Be 
freiungskriege, von der Memel bis zum Rhein. Auf dem vorderen, dem 
Schlosse zugekehrten Ecksockel die mächtige Figur des „Vater Rhein", 
das Haupt mit Weinlaub umrankt, den linken Arm um die weinum 
wundene Urne gelegt, über welcher ein kühn aufwärts blickender Adler 
die Flügel spannt. Au der nördlichen Ecke die herrliche Gestalt eines 
blühenden jungen Weibes in ländlicher Tracht, den östlichen Grenzflnß 
Prenßeus, den in der Unglücksgeschichte Preußens durch die Flucht der 
Königin Luise oft genannten Memelflnß verkörpernd. Links davon 
Pflng, Korngarben, den Landbau der Provinz Ostpreußen andentend, 
von welcher, nach Jorks kühnem Vertrage von Tauroggen, die Erhebung 
ausging. Zwischen diesen beiden Flußgestalteu, ans dem mittleren Sockel 
stehend, die mächtige Gestalt der Bornssia mit dem pallasähnlichen 
Haupte, in der Linken den mit dem Landwehrkreuz geschmückten Adler, 
in der Rechten das Schwert haltend, die herrlichen Glieder von einem 
weiten, faltenreichen, wappenumsäumten Gewände umflossen, mit dem 
Fuße auf die abgeschüttelten Fesseln tretend, darunter die bedeutsamen 
Worte des 119. Psalms: „Sie haben mich oft gedräuget von meiner 
Jugend auf, aber sie haben mich nicht Übermacht." 
Auf der gegenüberliegenden (westlichen) Seite des Sockels die 
hoheitsvolle, weibliche Jdealgestalt der Gesetzgebung, das schöne Haupt 
mit dem Diadem geschmückt, der herrliche Körper vom Hermelin um 
wallt, in der Linken das Scepter haltend, die Rechte auf eine hohe 
Schildtafel stützend, welche die wichtigsten jener epochemachenden und 
tief eingreifenden, unter Scharnhorsts und Steins Beihilfe erlassenen 
Gesetze enthält, die moralische Errungenschaft der Unglückszcit Preußens: 
„Aufhebung der Erbnnterthänigkeit, Beschränkung des Zunftzwanges, 
Städteordnung, Gründung der Universität Berlin, Allgemeine Kriegs 
pflicht, Zollverein, Union, Autorrecht." Auf dem Sockel der „Gesetz 
gebung" die Worte: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk." 
Zur Linken der „Gesetzgebung" die Gruppe des Handwerks und 
der Kunst, ersteres durch eine kräftige, sitzende Mannesgestalt verkörpert, 
welche den Arm auf den Griff des schweren Hammers stützt, während
        
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