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I. Das Reiterdenkmal des großen Kurfürsten

Full text: Die Denkmäler Berlins / Müller-Bohn, Hermann (Public Domain)

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Beschreibung des Denkmals. Das Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I. 
wird von einer monumentalen, aus gelblichem Sandstein bestehenden, 
mit dein Rücken sich gegen die Spree lehnenden, nach dem Denkmal zu 
geöffneten Säulenhalle sorumartig umgeben. Zwischen dem Denkmal 
und der sich bis zu einer Höhe von 12 m über dem Straßenniveau er 
hebenden Säulenhalle dehnt sich in einer beträchtlichen Breite ein zur Ab 
haltung von patriotischen oder Nationalsesten bestimmter Festplatz aus, zu 
welchein 9 Stufen eniporführen. Ein in Elfenbein und Schwarz gehaltener 
Mosaikfries, auf welchein die Wappen sämtlicher deutscher Bundes 
staaten auf schwarzem Grunde abgebildet sind, umzieht die vorderste 
Kante dieses Platzes. Die in freien jonischen Stilformen gehaltene 
Säulenhalle, deren reiche Ornanientik mit den Kunstformen des an der 
Westseite des Schlosses gelegenen Eosanderportales im harmonischen Ein 
klang steht, ist an ihren beiden bogenförmig auslaufenden Enden von 
zwei pavillonartigen Kuppelbauten flankiert. Den Hauptschmuck derselben 
bilden zwei herrliche, in Kupfer getriebene, kühnbewegte Vierergespanne 
(Quadrigen), geführt von zwei heldenhaften Frauengestalten, die, mit der 
Linken kraftvoll die feurig steigenden Rosse zügelnd, in der Rechten die 
sieggewohnten Banner halten. Das südliche Gespann (von Bernewitz) 
stellt die kraftstrotzende Bavaria (Bayern) dar, das nördliche (von Götz) 
die sieggewohnte Borussia (Preußen). Reicher bildnerischer Schmuck krönt 
die Halle über den Balustraden: an der Innenseite (dem Denkmal zu 
gekehrt) vier ornamentale Gruppen, die vier Bundeskönigreiche dar 
stellend, und zwar über den Pavillonecken Preußen und Württemberg 
(beide von Breuer), über den Ecken der Halle Bayern (von Gaul) und 
Sachsen (von Kraus), die beiden inneren Gruppen von mächtigen Adlern 
mit geöffneten Schwingen, die beiden äußeren von Kronen überragt. 
Das Innere der Halle ist für die Aufstellung von Statuen und Büsten 
der hervorragendsten Zeitgenossen Wilhelms I. vorgesehen. Die dem 
Wasser zu gelegene Rückseite der Halle ist mit vier allegorischen Sand 
steingruppen bekrönt, deren beide äußere „Ackerbau und Industrie", sowie 
„Handel und Schiffahrt" darstellen (beide von L. Cauer). Die erste 
(nördliche) Gruppe (Handel und Schiffahrt) zeigt zwei kräftige, wetter 
harte, auf Warenballen sitzende, von den Emblemen der Schiffahrt 
(Anker u. s. w.) umgebene Gestalten; auf der südlichen Gruppe (Acker 
bau und Industrie) erblickt man zwei Männergestalten, die eine an einen 
Amboß gelehnt, während die andere auf einem inächtigen Zugstiere ruht. 
Von den beiden inneren Gruppen versinnbildlicht die nördliche (von 
Hidding) die Kunst (ein junger Bildhauer arbeitet an einem mächtigen
	        
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