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I. Das Reiterdenkmal des großen Kurfürsten

Full text: Die Denkmäler Berlins / Müller-Bohn, Hermann

Ich bitt’ cudt), laßt uns sättigen den Blick 
An jedem Denkmal, jedem Ehrenmal, 
Das diese Stadt verschönt. 
(Shakespeare: ,/Was Ihr wollt".) 
I. 
Das NeiterdenKmak des großen Kurfürsten. 
Geschichte des Denkmals. Auf der Kurfürstenbrücke, im Herzen 
Berlins, an einer geschichtlich in mehrfacher Hinsicht merkwürdigen Stelle, 
da, wo der Verkehr der Riesenstadt an, niächtigsten flutet, erhebt sich 
majestätisch das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms des großen Kur 
fürsten, des Schöpfers und Begründers des brandenburgisch-preußischen 
Staates. Die Brücke, welche unter dem Namen der „Langen Brücke" 
in früheren Jahrhunderten in einer bedeutend größeren Ausdehnung die 
seit 1307 zu einem Gemeinwesen vereinigten Schwesterstädte.Berlin und 
Köln verband, ist schon aus dem Grunde denkwürdig, weil auf ihr das 
gemeinschaftliche Rathaus gestanden hat. 
Schon in seinen ersten Regierungsjahren hatte Kurfürst Friedrich III., 
der nachmalige König Friedrich I. (168&-—1701 —17.13) sich mit der Ab 
sicht getragen, seinem großen Vater ein Denkmal auf dieser Brücke zu 
errichten. Der Neubau der Brücke, welche uns mit dem Monument zu 
sammen als ein einziges harmonisch wirkendes Baudenkmal entgegentritt, 
begann im Jahre 1692 nach Entwürfen von Nering 
Mit der Ausführung der Reiterstatue betraute der Kurfürst Andreas 
Schlüter (1664—1714). Den Guß begann Jakobi am 22. Oktober. 1700. 
Die Enchüllung der Reiterstatne fand am Geburtstage Friedrichs I. 
(12. Juli 1703) statt. An den Sklaven des. Postaments arbeitete 
Andreas. Schlüter noch im Jahre 1706, und noch 1708 war Jakobi mit 
dem Guß beschäftigt. Die Modelle zu den vier Eckfiguren sind nach 
Schlüters Skizzen von den Bildhauern Baker, Brückner, Henzi und dem 
älteren Nah! ms Große übertragen, vor dem Gusse jedoch noch einmal 
von Schlüter selbst überarbeitet morden. Behufs Gewinnung eines ge 
sonderten Standplatzes für das Reiterbild wurde das Mitteljoch der 
Brücke stromaufwärts, vorgeschoben. Mit der letzteren selbst wurden im 
Laufe der Jahre mit Rücksicht auf den sich stetig steigernden Verkehr
        
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