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III. Geschichte des Denkmals

Full text: Das Denkmal des Kurfürsten Joachim II. in Spandau / Gross, ...

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treten", und die Synode nahm, obwohl das Konsistorium 
geradezu vor „Beschlüssen betreffs monumentaler Denkmäler" 
gewarnt hatte, diesen Antrag einstimmig an. Nun kam die 
Sache allmählich in Fluß. Bei den im Herbste 1883, gleich 
falls auf Beschluß der Kreissynode Spandau, in der Aula 
der höheren Töchterschule gehaltenen Luthervorträgen wurden 
für das Joachimdenkmal die ersten freiwilligen Gaben ge 
sammelt, 87,05 Mark. Das war wenigstens ein Anfang. 
Der Gemeindekirchenrat bildete aus seiner Mitte eine Kommission 
von sechs Mitgliedern mit dem Rechte der Kooptation. Diese 
Kommission kooptirte weitere sechs Mitglieder, nämlich die 
Herren Generallieutenant von Tietzen-Hennig, Kommandanten 
von Spandau, Bürgermeister Betcke, Stadtverordneten-Vor- 
steher Priese, Superintendent Hensel (Pfarrer von St. Johannis), 
Postdirektor Sckerl und Garnisonpfarrer Schall, die alle die 
Freundlichkeit hatten, demselben beizutreten und die teilweise 
umfangreichen Arbeiten für die Sache zu übernehmen. Auch 
das Haupt der gräflichen Familie zu Lynar, deren Erbbegräb 
nis sich unter dem Altar der St. Nikolaikirche befindet, der 
Major a. D. Graf und Standesherr zu Lynar auf Schloß 
Lübbenau, trat der Kommission bei und förderte das patriotische 
Unternehmen kräftig durch Rat und That. Die erweiterte 
Kommission hielt am 11. November 1884 ihre erste Sitzung 
ab, in der Di'. Groß zum Vorsitzenden und Kaufmann C. Leue 
zum Schatzmeister erwählt wurden. Eine Deputation von 
drei Mitgliedern (der Vorsitzende, Bürgermeister Betcke und 
Oberpfarrer Pezold) erhielt den Auftrag, „durch persönliche 
Erkundigung an maßgebender Stelle die Allerhöchste Geneh 
migung zu dem beabsichtigten Vorhaben einzuholen". Die 
Thätigkeit der Deputation wurde durch Erkrankung des Herrn 
Bürgermeisters Betcke nicht wenig verzögert. Erst in der 
Sitzung des Komitees vom 20. April 1885 konnte die De 
putation ihren Bericht erstatten. Dieselbe war von dem Herrn 
Regierungspräsidenten von Neefe in Potsdam, an den sie sich 
zunächst gewendet, sehr freundlich empfangen, aber auch auf 
die großen Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens hin 
gewiesen worden. Herr von Neefe hatte seine Abmahnungen 
mit Erläuterungen aus seiner auch auf diesem Gebiete reichen 
Erfahrung begleitet. Uebrigens wies er die Deputation an 
den Herrn Kultusminister von Goßler. Dieser letztere hob 
durch seine verständnisvolle Teilnahme für den Gedanken der
        
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