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I. Die Reformation in der Mark Brandenburg und namentlich in Spandau

Full text: Das Denkmal des Kurfürsten Joachim II. in Spandau / Gross, ...

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©lieb wäre an beut Leibe bei - einen allgemeinen Kirche, 
der ecclesia catholica, an bie zn glauben Joachim so schön be 
kannte nub an bie jeder wahre evangelische Christ auch heute 
glaubt. „Es hat nicht sollen sein." 
Auch so sinb bie Folgen von Joachims Uebertritt zn beit 
Evangelischen bebeutenb genug gewesen. Sein Schritt war 
entscheibeiib für bie Ausbreitung der evangelischen Lehre über 
ganz Norbdeutschland, benn Brandenburg war bas größte 
norbbentsche Laub. Hub durch bie Reformation bekamen, wie 
Ranke mehr wahr als schön sagt, „die norbbentschen Populati 
onen zuerst ihr eigenthümliches, welthistorisches Gepräge". Ja 
noch mehr, ba die sübbentschen und besonders die österreichischen 
Gebiete in der bald folgenden schrecklichen Zeit bei - sogenannten 
Kontraresormation wieder großenteils durch List und Gewalt 
katholisch gemacht wurden, alles Große und Schöne aber auf 
allen Gebieten des geistigen Lebens von den Evangelischen 
ausging, wie der Katholik Döllinger in seinen „Borträgen 
über die Wiedervereinigung der christlichen Kirchen" so beredt 
ausführt, so mußte ihnen allmählich nach einem ewigen Gesetze 
der Weltgeschichte auch auf politischem Gebiete die Führerrolle 
zufallen, die so viele Jahrhunderte in den Händen der Süd- 
beutschen gewesen war, und die Habsburger mußten den 
Hohenzollern weichen. Und wenn der Anfänger einer Ent 
wicklung, die zn so herrlichen Zielen geführt bat, a.ch vor 
breihnnbertnnbfünfzig Jahren gelebt hat, so verdient doch die 
That, die den sichtbaren Anfang zu dieser Entwicklung bildet, 
unsere volle Anerkennung und an dem Orte, wo sie geschehen 
ist, ein ehrendes und bauerndes Denkmal, damit das heutige 
so schnell lebende ttnb in kirchlichen Dingen so gleichgültige 
Geschlecht sich der Vorfahren erinnere und an ihrem Vorbilde 
lerne ttnb sich stärke für die Lösung der Aufgaben, die auch 
ans kirchlichem Gebiete die Gegenwart ihm stellt. Im Glauben 
ist Joachim II. in Spanban das schöne Denkmal gesetzt worden; 
wo aber Glaube ist, da ist auch Hoffnung, und die Liebe, 
die „größte" von den dreien, wird nicht ausbleiben, bie Siebe 
zu unserem Heiland und Erlöser, die Liebe zu unserer evan 
gelischen Kirche, die Liebe zn unserem deutschen ttnb branden- 
burgisch-preußischen Vaterlande und die Liebe zu unserem er 
habenen Herrscherhause, zu dessen bahnbrechenden Vorfahren 
auch Joachim II. gehört. — 
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