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Die Kosten des Baues

Full text: Zur Einweihung der Kaiser Wilhelm-Gedächtnisskirche am 25jährigen Sedantage

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die innere Einrichtung, angegeben. Nachdem im Januar 1891 
dem Banrathe Schmechten die Ausführung übertragen und 
nachdem bis zum Mai desselben Jahres fast eine Million 
Mark gesammelt war, wurde Schmechten beauftragt, den 
Bau äußerlich ganz in Hausteinen, und zwar in Tuffstein, 
und inwendig, mit Ausnahme der Wandslächen, in weißem 
Sandstein auszuführen und, namentlich bei den Thürmen, 
die Höhenentwickelung bedeutender zu gestalten. Als Kosten 
wurde deshalb das Doppelte in Aussicht genommen, etwa 
1 300 000 bis 1500 000 Mark für den Rohbau. Für 
die innere Ausstattung, über deren Ausführung sich natür 
lich noch keine Einzelheiten bestimmen ließen, waren vor 
läufig 200 000 Mark in Ansatz gestellt. Bei den mit 
hervorragenden Kräften auf allen einzelnen Gebieten ge 
förderten Arbeiten traten natürlich stets neue Anregungen 
und Fragen auf, bei welchen die Entscheidungen über das, 
was zu wählen sei, stets zu Gunsten des Schöneren, somit 
aber auch des Theuerern ausfielen. Die größeste Sorgfalt 
wurde auf die Steinornamente verwendet. Die empfohlensten 
Bildhauer und Architekten arbeiteten monatelang an Modellen 
aller Art für die Kapitäle, Friese, Wulste u. s. w. Nach 
vielen Versuchen wurde hier ausschlaggebend die bestimmte 
Ansicht Ihrer Majestät der Kaiserin, welche nach mehrmaligen 
Besichtigungen sich dahin entschied, daß jede Modernisirung 
zu vermeiden sei und man sich streng an die alten herrlichen 
romanischen Muster anlehnen sollte. Je schöner die Vorbilder 
waren, welche in Gipsabgüssen und in Bild, vor Allem in 
den unvergleichlichen photogrammetrischcn Aufnahmen von 
Meydenbauer in Menge beschafft wurden, desto größer 
wurde der allgemeine Wunsch, dieselben bei dem Baue in 
reichem Maße anzuwenden. Die mit jeder Woche fortschreitende 
Entwickelung und Leistungsfähigkeit der Bildhauer ermöglichte 
es, die künstlerischen Kräfte in reichstem Maße zu verwerthen. 
So stiegen gleichzeitig aber auch die Kosten für den Rohbau bis 
zum April 1892 auf 1600000 Mark; bis zum April 1893 auf 
2 000 000 und bis zum April 1894 auf 2 200 000 Mark.
        
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