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VII. Kapitel. Einsturz der Gewölbe

Full text: Die Parochialkirche in Berlin / Joseph, David

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berg sey zwar zugekommen, den er es nicht geoffenbahret, ver 
meinend, weil Er es dem Meister gesaget wäre es schon genung. 
Gestern morgen wären sie alle wiedergekommen, dene 
er den riß gezeiget und hätte Anstalt gemachet, umb zu 
endern, sie wären auch gestern Abend umb halb 7 Uhr noch 
da gewesen umb zur Ordnung Anstalt zu machen, es wäre 
aber leider der ruin kurz darauf geschehen. 
In fidem subscript. 
<£. Marees. 
Am wichtigsten ist hierbei die Aussage des leitenden 
Architekten, des b)ofbaumeisters Grünberg, welcher bekundet, 
daß Nering das project zur Airche hergestellt habe und 
auch die Apsidengewölbe in Stein zu construiren die Absicht 
hatte, während das über der Vierung projectirte Gewölbe 
auch nach dem Neringschen Entwurf in I70I5 ausgeführt 
werden sollte. Gr wollte auch daraus gesehen haben, daß 
dies so geschehe; Maurermstr. Braun sei aber davon nicht 
abzubringen gewesen, auch das große Gewölbe durchaus 
in Stein herzustellen, da die Arbeit dann um 200 Thlr. 
billiger geworden wäre. Grünberg habe sich längere Zeit 
dagegen gesträubt, inzwischen hätte Braun aber die Areuz 
bögen construirt und auch die Aappen begonnen. Es sei 
ihm, Grünberg, gleich klar gewesen, daß die Gewölbe bei 
dem geringen Widerlager nicht Bestand haben konnten, er 
habe auch öfter nachgefragt und beruhigende Mittheilungen 
empfangen bis zum Tage, an dem das Unglück geschehen sei. 
Schon nach diesen seinen eigenen Mittheilungen ist klar 
ersichtlich, daß Grünberg durchaus nicht frei von Schuld 
war, wenn man bedenkt, daß er als Bauleitender ohne 
Weiteres es in der Hand hatte, den Bau zu inhibiren,
        
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