Path:
XI. Kapitel. Kunstdenkmäler

Full text: Die Parochialkirche in Berlin / Joseph, David

*50 
Presbyterium bis in’s Ariegsjahr *806 hinein, wo denn 
wichtigere Dinge in's Auge zu fassen waren, und so 
schlief diese Angelegenheit einfach ein, und alles blieb wie 
vordem. 
Die Melodieen alterniren jeden Monat. 
Es mag noch berichtet werden, daß, während die 
Alänge aus der Höhe allen Hörern viel Vergnügen machten 
und noch machet Friedrich der Große demselben keinen 
Geschmack abgewinnen konnte, er befahl deshalb/) „daß 
in künftige keine Psalm oder Lieder ans der Musicalien- 
Waltze gesetzet werden sollen, sondern nach der Art wie 
zu Potsdam, nehmlich Harmonie und Praeludie, noch 
weniger auf den: manual Clavier nicht dergleichen ge- 
fpielet werden dürfen." 
Auch wurde durch Spezial-Befehl des Aönigs ver 
boten, bei Todesfällen, wie es bis dahin üblich war, Trauer 
lieder zu spielen, doch ließ der Gouverneur es zu, daß dies 
während der Ortsabwesenheit des Aönigs geschehen konnte. 
Auf jeden Fall aber mußte jede Leiche dem Aönig ge 
meldet werden. 
Der Befehl wurde jedoch nach einiger Zeit wieder 
zurückgenommen/) die feierlich ernsten Töne erklangen 
wiederum den Berlinern, sie sollten Trost spenden denen, 
die in dem großstädtischen Elend dem Verzweifeln nahe 
waren, und diejenigen zu andächtigem. Gebet rufen, welche 
das Beten fast verlernt hatten, in Sturm und Wetter sowie 
in Freud und Sonnenschein an die Vergänglichkeit alles 
KircheN-Archiv Acta das Glockenspiel betreffend v. (. Mai \76<). 
2 ) Bemerkung des Verfassers der Rotulus des ebengenannten 
Lonvoluts.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.