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I. Teil. Geschichte des Denkmals 4. Abschnitt. Die Denkmalskommission und die Schadowschen Entwürfe im Jahre 1801

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Geschichte des Denkmals. 
sei auch allein von einheimischen Künstlern vollendet worden. 
Nach seiner Überzeugung könne man das Monument in acht bis 
zehn Jahr mit einem Auswand von höchstens 70 000 Thalern her 
stellen. Schlüters großes Gießhaus sei ja noch vorhanden, als 
Gießer habe man Maurisch, als Bildhauer Schadow. Er habe 
das Reiterdenkmal, solange Friedrich Wilhelm II. lebte, absichtlich 
nicht mehr zur Sprache gebracht, weil er wußte, daß der jetzige 
König für die historische Tracht sei. Eine Statue in antikem 
Kostüm wäre wahrscheinlich schon längst fertig, wenn er nicht fest 
geblieben wäre. 
Nachdem Friedrich Wilhelm III. sich überzeugt hatte, daß es 
sich thatsächlich um keine die Staatseinnahmen so sehr alterierende 
Summe handele, gab er endlich in einer bemerkenswerten Kabinetts- 
ordrech dat. Potsdam, den 1. November 1800, seine Zustimmung. 
Sie lautet: 
„Mein lieber Staatsminister Freyherr von Heinitz und General- 
Major von Tempelhof! Da sich der Zeitpunkt, wo ich im Stande 
seyn werde, dem unvergesslichen Könige Friedrich II. ein seiner 
würdiges Denkmal errichten zu lassen, jetzt weniger zu entfernen 
scheint, so eile ich die Vorbereitung zu dieser Nationalangelegenheit 
einleiten zu lassen. Ihr beide verdienet in mehr ivie einer Rücksicht 
vorzugsweise, daß ich Euch dazu Auftrag ertheile. Euer Geschäft 
muß sich indessen vorjetzt noch darauf einschränken, Euch über die 
Form des Monuments, den Ort seiner Ausstellung und über den 
Plan zur Ausführung zu besprechen und mir eure Ideen darüber 
vorzutragen. Ihr wißt es schon, daß ich eine Statue equestre im 
eigentlichen bekannten Kostüm allen andern bisjetzt gemachten Bor 
is. Januar 1707. Von diesem Zeitraum abgesehen, wurden von der General- 
Kriegskasse 17531 Thaler bezahlt, so daß Nicolais Angabe von 80000 Thalern 
wohl nicht zu hoch gegriffen sein wird. (Vgl. oben S. 17.) 
l ) Dieselbe befindet sich nicht bei den Akten des Geh. Staatsarchivs; sie 
wurde nach der Marg. Notiz S. 66 der A*- manualia betr. die von den Ministerial- 
Behörden abzuliefernden Akten 1819—1860 R. 9. L. 2a zu Rep. 9. 
H. 18 de. 1840 gebracht, müßte also nunmehr im Kgl. Hansarchive sein.
        
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