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I. Teil. Geschichte des Denkmals 3. Abschnitt. Die Denkmalskonkurrenz des Jahres 1797

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Geschichte des Denkmals. 
Giebels, schwebt eine Victoria mit Kränzen in der Hand. Im 
Giebelfelde selbst ist die Apotheose des Königs gebildet: der Genius 
der Unsterblichkeit trügt ihn mit gesenkter Fackel auf seinen Flügeln 
nach den seligen Höhen des Olympos; die beiden Adler Branden 
burgs und Preußens geleiten den Zug. Tief unter ihnen liegt, 
von der Spree durchflossen, Berlin da. An den Ecken des Giebels 
sind Gruppen von Trophäen und vorn stehen als Inschrift die 
Worte: 
„Dom verheerten Geiste Friedrich des II ten .“ 
In dem Giebelfelde der anderen Seite sieht man die Nach 
kommen Friedrichs, feinen Manen Opfer bringend, und darunter 
Name und Regierungsjahr des erbauenden Königs. Oben an den 
Treppen stehen zwei Kandelaber, nach Art antiker Weihrauchgesäße 
gebildet, um den Tempel Nachts zu beleuchten. Das Dach sollte 
ans Kupfer, die Decke aus vergoldetem Holze, der Fußboden aus 
Mosaik oder Marmor bestehen. Den aquarellierten Entwurf Hirts 
besitzt die Berliner Kunstakademie. 
Einen ähnlichen Tempel stellte das Modell Hanns dar; im 
Innern stand Friedrich, von Zielen, Schwerin, Dieskau und Tauentzien 
umgeben. Eine nähere Beschreibung dieses verschollenen Entwurfs 
ist uns nicht erhalten. 
Mit großangelegten Verschönerungsentwürfen stand der Tempel 
von Gentz, dem Schöpfer des Treppenhauses im Weimarer Schlosse, 
in Verbindung. Schon an der Konkurrenz des Jahres 1791 hatte 
er sich mit einer Reiterstatue beteiligt. Diesmal wollte er ben 
damals noch offenen Kanal zwischen Opernhaus und Wache derart 
überbauen, daß in der Mitte ein runder, korinthischer Tempel aus 
weißem Marmor zu stehen kommen sollte. Er ruht aus einem 
großen 2l'/z Fuß hohen Unterbau, zu dein von allen Seiten präch 
tige Freitreppen emporführen, und besteht aus einer doppelten 
Säulenreihe, auf der die reichgeschmückte, aber etwas zu niedere Kuppel 
ruht. Im Innern steht auf einem 5 Fuß hohen, runden Sockel 
aus Granit das eherne Bild des großen Königs in römischem 
Friedensgewande, die Hand segnend ausgestreckt. An den vier
        
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