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III. Teil. Die übrigen Denkmäler Friedrichs des Großen

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

Die übrigen Denkmäler Friedrichs des Großen. 
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die ewig mustergültigen italienischen Monumente des Mittelalters 
zeigen, andererseits aber auch Schlüters, unseres „märkischen Michel 
angelos", Großer Kurfürst. 
Die Denkmäler Friedrichs des Großen in Roßwald, Neu- 
Hardenberg, Stettin, Pyrmont und auf dem Schlachtfelde von 
Zorndorf sind bereits bei der Geschichte des Berliner Monumentes 
geschildert worden. Soweit ich über die anderen dem großen Könige 
errichteten Statuen etivas in Erfahrung bringen konnte, seien sie 
in folgendem kurz beschrieben. 
1. Tamsel. 1840. 
Als der Fluchtversuch, den Friedrich als Kronprinz nach Eng 
land unternommen hatte, mißglückt und das Haupt seines Freundes 
Kalte in Küstrin ans der Bastion Brandenburg gefallen war, wurde 
er bekanntlich daselbst in strenger Beschäftigung bei der Neumärkischeu 
Kriegs- und Domänenkammer festgehalten. Die einzige Erholung, 
die sich „der Oberstlieutenant Fritz" — so hieß er damals offiziell 
— gönnen durfte, waren Ausflüge nach dem benachbarten Ritter 
gute Tamsel, wo er im Verkehr mit der schönen Leonore von Wreech 
die einzigen sonnigen Stunden in jenen trüben Tagen verlebte. 
Als nun im Jahre 1840 der hundertste Jahrestag der Thron 
besteigung Friedrichs herannahte, beschloß der damalige Besitzer von 
Tamsel, Graf Hermann von Schwerin, zum Andenken an die 
glücklichen Stunden, die der König einst hier verbracht hatte, ihm 
ein Denkmal zu errichten?) Am 31. Mai wurde es eingeweiht. 
Es steht in der Mitte des ivundervollen Taniseler Parkes, dem 
Schlosse gegenüber, zwischen Rosenbüschen und Laubholz auf einer 
kleinen Höhe. Auf einem einfach gegliederten Unterbau erhebt sich 
ein Obelisk von etwa 30 Fuß Höhe, den eine vergoldete Victoria 
von Rauch krönt. Der mittlere Steinwürfel desselben zeigt vorn 
und hinten den preußischen, an den beiden anderen Seiten den 
schlesischen Adler, die zu der über ihnen schwebenden Siegesgöttin 
*) Abgebildet bei Riel & Scheu: Berlin und die Mark Brandenburg S. 475. 
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