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II. Teil. Beschreibung des Denkmals 3. Abschnitt. Die übrigen Zeitgenossen am Postamente

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Beschreibung des Denkmals. 
mit seinem gezierten Ausdruck und seiner theatralischen Stellung 
ebenso ivie Winterfeldts Denkmal in der Garnisonskirche zu Berlin 
von RodeH dem General wenig oder gar nicht ähnlich sehen soll, 
hat es doch Rauch fast ausschließlich bei der Porträtähnlichkeit zum 
Muster genommen und nur die Gestalt edler gebildet. Er hält 
eine Karte mit den Namen der Schlachten der drei schlesischen 
Kriege in der Hand. 
Über die Karte beugt sich, nachdenklich die Hand am 
Kinn haltend, der General der Infanterie Bogislaw Friedrich 
von Tauentzien, bekannt durch seine glänzende Verteidigung 
Breslaus und dadurch, daß Lessing sein Sekretär war. Er ist 
krach einem lebensgroßen Brustbilde aus dein Besitze des Grasen 
Hoym und einem Gesichtsabguß des Schadoivschen Tauentzien- 
Denkmals modelliert. Letzteres steht auf dem Glacis von Breslau 
an der Stelle, wo Tauentzien bei einem gefährlichen Ausfalle den 
Seinen befahl, wie es auch kommen möge, ihn hier zu begraben. 
Der architektonische Entwurf zu deni Denkmale-) rührt voit Lang- 
Hans, von Schadow dagegen nur die trauernde Bellona, die auf 
dem Sarge liegt, und die beiden Reliefs her. Das Medaillon 
porträt Tauentziens ist dagegen nicht von ihm. 
Neben ihm steht der Prinz Eugen von Württemberg, 
ein Mann von edler Gestalt und Gesichtsbildung?) Er trat mit 
17 Jahren in preußische Dienste, wo er es bis zum Generallieute- 
nant brachte. Am Kriege nahm er als Chef eines Dragoncr- 
Regiments teil. Er ist der Vater des ersten Königs von Würt 
temberg. 
Hinter ihnen siitd an den Postamentsflächen 2 Reitergestalten 
in Flachrelief gebildet. Das eine stellt den Generallicutenaikt 
*) Von anderen plastischen Darstellungen find mir bekannt: t. Eine Gips 
büste in der Büstengalerie des Schlosses Monbijou, 2. ein in Thon bossiertes Brust 
bild von BeUkober (Nicolai, Altes u. Neues Berlin S. 1013), und 3. eine eherne 
Büste von R. Pohle im Berliner Zenghause. 
2 ) Durch Kabinettsordre vom 13. Januar 1703 erhielten die beiden Söhne 
Tauentziens die Erlaubnis zur Errichtung des Denkmals. 
tz Nach einem Bild im Schlosse zu Stuttgart.
        
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