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II. Teil. Beschreibung des Denkmals 2. Abschnitt. Die vier Eckreiter

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Beschreibung des Denkmals. 
Generalmajor, 1757 Generallieutenant und Oberbefehlshaber des 
Heeres in Westfalen und Anfang 1758, nachdem er 11000 Fran 
zosen gefangen genommen hatte, General der Infanterie. Bekannt 
sind seine Siege bei Crefeld, Roermonde und Düsseldorf. 1759 
rettete er, nachdem er kurz zuvor Feldmarschall geworden war, 
durch den Sieg bei Minden Westfalen vor der Verwüstung durch 
die Franzosen. Er starb am 3. April 1792 als der einzige Feld 
marschall, der den großen König überlebte. Die schöne, schlanke 
Gestalt, die seine Zeitgenossen an ihn: rühmten, bewundern wir 
auch hier an seiner Reiterstatue, wo sie durch den schönen Falten 
wurf des Mantels etwas von antiker Größe und Hoheit erhält. 
Das Haupt ruhig nachsinnend zur Seite gewandt und den Mar 
schallsstab in der Rechten haltend, sitzt er auf dem schönmodellierten 
Pferde. In seiner ganzen Haltung prägt sich die vorsichtige Be 
rechnung und kluge Vorbereitung aller Operationen aus, die für 
seine ganze Kriegsführung charakteristisch ist und ihn mit verhält 
nismäßig geringen Mitteln so Großes erreichen ließ?) 
Besonders frisch und feurig hat Rauch Seydlitz aufgefaßt, der 
hinten an der nördlichen Ecke des Denkmals mit großer Eleganz 
auf seinem edlen Pferde^) sitzt. Sein Leben und seine Thaten sind 
bekannt: Mit 17 Jahren wurde er Körnet, i. I. 1742 nahmen 
ihn die Franzosen gefangen, worauf ihn Friedrich gegen einen 
Rittmeister wieder austauschte. Alsbald avancierte er zum Ritt- 
meister, dann, nachdem er in der Schlacht bei Hohenfriedberg den 
sächsischen General von Schlichting mit eigener Hand gefangen ge 
nommen hatte, zum Major und nach der Schlacht bei Kollin — 
31 Jahre alt — zum jüngsten Generalmajor der Armee. Obwohl 
er selbst den Tag von Zorndorf den schönsten seines Lebens nannte, 
tz In Braunschweig steht sein Denkmal von Schadow auf einem großen, 
baumbepflanzten Oval. Es ist aus Eisen und im Jahre 1824 errichtet. Ebenfalls 
von Schadow ist die karrarische Marmorbüste Ferdinands in der Walhalla. Außer 
dem ist noch eine kleine Porzellanbüste aus der königlichen Manufaktur in Berlin 
vorhanden, die Rauch bei seinem Modell benutzte, sowie eine Erzbüste von 
C. Bergmeier im Berliner Zeughaus. 
2 ) Dem Pferde von Sepdlitz fehlt ein Hufeisen.
        
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