Path:
II. Teil. Beschreibung des Denkmals 1. Abschnitt. Der Denkmalsplatz und das untere Drittel des Postaments

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

Der Denkmalsplatz und das untere Drittel des Postaments. IZg 
Platz, tvo schon damals Ilach seiner Absicht das Friedrichsdenkmal 
errichtet lverden sollte. Doch erst ein halbes Jahrhundert später — 
und zwar erst wenige Tage vor der Grundsteinlegung — wurde 
diese Stelle desinitiv als der Platz bestimmt, wo sich das Monument 
erheben sollte, und selbst damals schenkte man im Volke noch dem Ge 
rüchte Glauben, die bei dieser Feier hier versenkte Kiste sei wieder 
herausgenommen und versteckt ivorden, bis die Platzfrage endgültig 
entschieden sei?) Damals tauchte auch ein Vorschlag aus, den großen 
König ans dem Wilhelmsplatz inmitten seiner Generäle aufzustellen 
und auf den Ort der Grundsteinlegung als Abschluß der Gruppe 
der Befreiungshelden am Opernplatz das Denkmal Friedrich Wil 
helms III., des Siegers von Kulm, zu setzen, doch dies alles waren 
nur Gerüchte und Zeitungsvorschläge, die an maßgebender Stelle 
keine Beachtung fanden. Und mit Recht. Viele Plätze waren 
schon im Verlaufe der Denkmalsgeschichte vorgeschlagen worden, so 
der Exerzierplatz und der große Stern im Tiergarten, die Tempel 
hofer Höhen, verschiedene Stellen im Lustgarten, der Platz vor der 
Universität und der vor der Hanptwache, die Stelle, wo das Schau 
spielhaus steht, der Pariser-, Potsdamer- und Wilhelmsplatz, die 
Lange Brücke gegenüber dem Großen Kurfürsten^! u. s. s., aber weder 
in historischer, noch in ästhetischer Beziehung hätte man einen besseren, 
wirkungsvolleren, seiner ganzen Natur nach dafür geeigneteren Platz 
finden können. 
Das Denkmal ruht auf einem 28 Fuß langen, 22 Fuß breiten 
und 6 Fuß hohen Unterbau von dunkelfarbigem, poliertem Granit, 
der aus 32 kolossalen Blöcken besteht und in drei, sich verjüngenden 
Stufen ansteigt. Er ist im Innern mit Sandsteinwerkstücken aus 
gefüllt, während der Kern des übrigen Postaments aus Ziegelsteinen 
und Cement besteht. Der mächtige, schwere Granitunterbau macht 
einen imponierenden Eindruck. Rauch schreibt selbst von ihm an 
Rietschel: „Es ist dies das sicher bleibende Denkmal Friedrichs des 
Großen, wenn die Zeit einstmals die Bronze eingeschmolzen haben 
*) Dr. Andreas Sommer, Gedenkbuch enthaltend die Geschichte und Be 
schreibung des Friedrichs-Denkmals in Berlin. Berlin 1852. 8°.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.