Path:
I. Teil. Geschichte des Denkmals 6. Abschnitt. Rauchs Modelle und die Grundsteinlegung

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

124 
Geschichte des Denkmals. 
einer Reihe kritischer Bemerkungen Friedrich Wilhelms III. 
Dieser fand z. B. die Stellung der Füße des Reiters nicht ganz 
richtig, den Schweis des Pferdes etwas zu stark, er vermißte ferner 
die Pistolenhalster, Schabracken und Steigbügel u. s. w. Der 
künftige Standort war noch unentschieden gelassen. 
Endlich also war nach den vielen Ablehnungen, Verklauselierungen 
und Enttäuschungen ein positives Resultat erzielt. Die Genehmigung 
war zwar noch keine definitive, aber sie hing doch nur noch von 
Kleinigkeiten ab; die prinzipiellen Fragen waren gelöst und ent 
schieden. Hocherfreut begann Rauch sogleich damit, Pferd und 
Reiter in doppelter Naturgröße zu modellieren. Er wollte, wie er 
seinem Freunde, dem Maler Lund, schrieb, die beste aber auch wohl 
die letzte Kraft an das große Werk setzen. Demnächst reichte er 
dem Könige ein Verzeichnis der Kosten und der Größeuverhältnisse 
der bekannteren Denkmäler*) ein und fügte seine eigenen Vorschläge 
bei, wonach die Kosten ohne sein Honorar 168917 Thaler betrugen. 
Am 25. November erhielt der Kostenanschlag durch eine Kabinetts 
ordre die königliche Genehmigung, jedoch mit der Maßgabe, daß 
die Statue auf keinen Fall höher wie 15 Fuß werden dürfe. Die 
Maximalgrenze der Kosten war auf 200000 Thaler festgesetzt; sie 
sollten aus den Überschüssen der Postverwaltung') genommen werden. 
Am 24. November dankte Rauch überglücklich dem König für den 
neuen Beweis seines hohen Vertraues. Er schloß mit dem Wunsche, 
daß Gott ihm Kraft verleihen möge, das große Werk zur Aller 
höchsten Zufriedenheit zu vollenden. Die Antwort auf diesen Brief 
bildete eine sehr gnädige Kabinettsordre des Königs: „Im besonderen 
Vertrauen auf Ihre bewährten Einsichten und Talente habe Ich 
^hnen, in dem Meinem großen Oheim, dem Könige Friedrich II. 
Majestät zu errichtenden Denkmale, die Ausführung eines Künst- 
') Die Höhe betrug beim Großen Kurfürsten 13, bei der Marc Aurelstatue 
13—14, bei Heinrich IV. in Paris 15—16, bei Thorwaldsens Max I. in München 17, 
bei den Statuen der beiden Könige von Neapel in der dortigen Kirche 8an Francesco 
da Paolo 14—15 Fuß. 
2 ) Dieselben bildeten den besonderen Dispositionsfond des Königs.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.