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I. Teil. Geschichte des Denkmals 6. Abschnitt. Rauchs Modelle und die Grundsteinlegung

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Geschichte des Denkmals. 
unterbreiten?) Diese ging allgemein dahin, daß das Postament 
mit den historischen Darstellungen und von den beiden Reiter 
bildern das mit dem Hut und der Uniform zur Ausführung ge 
langen sollten. Es tvird berichtet, daß voir 100 Abstimmenden 
90 für den historischen, 8 für den historisch-allegorischen und 2 für 
den symbolisch-klassischen Entwurf sich erklärten. Immerhin wurden 
aber auch an dem historischen Modell eine Reihe berechtigter Aus 
stellungen gemacht. Der Hut war zu groß und zu schräg aus 
gesetzt, das Pferd durfte als zugerittenes Schulpferd den Kops 
nicht nach rechts, sondern nach links stellen. Ferner tadelte man 
den neumodischen Fasancnschwanz^) und fand es störend, daß der 
König ohne Steigbügel und Sattel zu Pferde sitze. 
Sei es nun, daß cs ben König verdroß, daß man allgemein 
dem von ihm nicht genehmigten Entwürfe den Vorzug gab, oder 
daß das Denkmal ihm zu kostspielig vorkam, was das wahrschein 
lichere ist, kurz, wiederum hörte Ranch zwei Jahre lang über das 
Schicksal seiner Modelle keine Silbe. Er hätte vielleicht noch länger 
warten müssen, wenn nicht i. I. 1889 in Schlesien Beiträge zur 
Errichtung einer Reiterstatue Friedrichs in Breslau gesammelt 
worden wären. Denn nun mußte auch Friedrich Wilhelm III. 
ernstlich daran denken, endlich in seiner Hauptstadt die alte Ehren 
schuld seinem größten Ahnen gegenüber zu tilgen. Am 8. April 
1839 finden wir unter den Papieren Rauchs eine Notiz: „Auf 
Allerhöchsten Befehl, Se. Excellenz der Minister Graf von Lottum 
bestellten eine andere Reiterskizze, die fünfte mit kleinen Änderungen 
des Mantels, Hut re. Hierzu ein anderes Piedestal mit vier 
allegorischen Statuen an den Ecken." 
Die früheren Entwürfe Rauchs waren also doch nicht ganz 
vergeblich gewesen, sie hatten der Jahrzehnte langen Unsicherheit 
0 Vgl. F. Förster, Das Denkmal Friedrichs des Großen. Ein Bericht 
über die auf Befehl Seiner Majestät des Königs von dem Professor Rauch an 
gefertigten Modelle. Berlin 1837. Fol. 
% Das noch ausgestopft vorhandene Lieblingspserd Friedrichs, Conds, zeigt 
davon nichts.
        
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