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I. Teil. Geschichte des Denkmals 5. Abschnitt. Die Denkmalsprojekte Schinkels und die ersten Entwürfe Rauchs

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

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Geschichte des Denkmals. 
Prüfung durch Schinkel und Rauch dem Könige vorlegen wollte. 
Indeß war Rauch damals zu sehr mit andern Arbeiten beschäftigt, 
als daß er auch zu Entwürfen für das noch völlig in der Lust 
schwebende Friedrichsdenkmal Zeit gehabt hätte. Erst im Jahre 
1825 hören wir von einem Entwurf, der jedoch vollkommen ver 
schollen ist. Wir wissen von ihm nur, daß er außer dem Reiter 
bilde Friedrichs noch die Eqnesterstatuen von Schwerin, Zielen, 
Seydlitz und dem Fürsten von Dessau zeigte. Ob diese indessen 
schon, wie Eggers annimmt, ihre Plätze an den vier Eckeir des 
Postaments hatten, erscheint mehr als fraglich. Wäre Rauch da 
mals schon zu den: kolossalen Fortschritt dnrchgedrungeil, der für das 
historische Denkmal in dieser Anordnung der Reiterstatuen liegt, so 
wäre ein solcher Rückschritt, wie ihn sein zweiter Entwurf aus dem 
Jahre 1860 zeigt, der geradezu eine ästhetische Verirrung genannt 
werden muß, einfach unmöglich gewesen. Auf diesem hatte er 
nämlich Friedrich und sechs seiner Generäle ans einem gemeinschaft 
lichen 80 Fuß langen Sockel dargestellt, so daß je drei rechts und 
links von dem Könige standen. Es ist mir kaum zweifelhaft, daß 
die Anordnung bei jener ersten Skizze eine ähnliche war und daß 
Friedrich darauf etiva den Fürsten von Dessau und Schwerin zu 
seiner Rechten, Seydlitz und Zielen zur Linken hatte. 
Rauch besprach zwar mit dem Kronprinzen und der Kron 
prinzessin gelegentlich die Denkmalsfrage, allein der König, der 
doch das entscheidende Wort zu sprechen hatte, ließ in dieser Rich 
tung nie etwas von sich hören. Nunmehr knüpfte Rauch mit den 
städtischen Behörden Verhandlungen an und wandte sich, da auch 
diese sich zerschlugen, an den Kammerherrn von Rochoiv, damit 
dieser in der Brandenburgischen Ständekammer die Sache zur 
Sprache bringe. Am 24. Januar >820 stellte denn auch Rochow 
in der Kammer einen diesbezüglichen Antrag, ivelcher die am An 
fange dieses Abschnittes erwähnte Eingabe an den König zur Folge 
hatte. Rauch also war es, dem man eigentlich die neue Anregung 
der Sache zu danken hatte. Es folgten nunmehr die Schinkelschen 
Entivürfe und die Käbincttsordre, durch welche dieser aufgefordert
        
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