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I. Teil. Geschichte des Denkmals 4. Abschnitt. Die Denkmalskommission und die Schadowschen Entwürfe im Jahre 1801

Full text: Das Denkmal König Friedrichs des Grossen in Berlin / Merckle, Kurt

Die Denkmalskommission und die Schadowschen Entwürfe im Jahre 1801. 91 
mation dagegen sei nutzlos. Trotzdein gelang es zum Glück Scha- 
dow, der alle Hebel in Bewegung setzte, Napoleon zu beweisen, 
daß dieses Denkmal nicht aus königlichen Befehl, sondern aus frei 
willigen Beiträgen der Pommern errichtet worden sei; diesen Grund 
ließ der Kaiser gelten und zog seinen Befehl zurück. 
Auf der Kunstausstellung des Jahres 1808 waren zu sehen: 
von Schadoiv eine Büste mit Lorbeern bekränzt, aus karrarischem 
Marmor, die Ludwig I. von Bayern für die Walhalla bestellt 
hatteJ. Bon Karl Wichmann eine Gipsbüste. Bon Zimmermann 
ein Medaillonrelief aus Marmor. Von Bettkober ein Modell in 
halber Lebensgröße, das Friedrich sitzend darstellte. 
Im Jahre 1815 wurden die von Blücher aus Paris zurück 
gebrachten früher geraubten Kunstwerke ausgestellt/) darunter von 
plastischen Darstellungen Friedrichs die schon erwähnte vergoldete 
Reiterstatuette nach Bardou aus d. I. 1800, die Totenmaske des 
großen Königs mit ihrem ergreifend müden Ausdruck und endlich 
eine Marmorbüste von Tassaert, über die noch einige Worte zu 
sagen sind, da sie die einzige Büste ist, die uns aus dem Leben 
Friedrichs erhalten blieb. Sie steht jetzt im Ausbau der Bilder 
galerie des königl. Schlosses in Berlin ^) als Pendant neben der 
gleichzeitig mit ihr (um 1775) entstandenen Büste des Großen Kur 
fürsten. Für die Behauptung Schadows, daß Tassaert meisterhafte 
Büsten nach dem Leben gemacht habe, ist sic jedenfalls kein Beweis, 
wohl aber für seinen späteren Ausspruch, daß er sie besser als gut 
machen wollte und daran scheiterte. Dies zeigt sich besonders in 
') Dieselbe ist Don Schadow für andere Besteller öfters in Marmor und 
Erz wiederholt worden. 
2 ) sSchadows „Verzeichnis von Gemälden. Kunstwerken, welche durch die 
Tapferkeit der vaterländischen Truppen wieder erobert wurden und auf Verfügung 
eines hohen Ministerii des Innern in den Sälen der königl. Akademie der Künste 
zu Gunsten der verwundeten Krieger des Vaterlandes vom 4. Oktober ab, täglich 
von 10 Uhr, des Sonntags von 11 Uhr bis 4*/■ Uhr nachmittags öffentlich aus 
gestellt sind." Berlin 1815. kl. 8°. 
tz Sie wurde 1886 ans der Berliner Jubiläums-Kunstausstellung wieder 
ausgestellt.
        
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