Path:
Text

Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

8 
Höhepunkt erreichte diese anregende Geselligkeit im 
Winter 1805, als Alexander von Humboldt von seinen 
Reisen in Amerika zurückkehrte und in „poetisch-wissen 
schaftlicher Mittheilung“ von dem fernen Weltteil farben 
reiche und fabelhafte Kunde brachte. 
Aber die politischen Stürme jenseits der Alpen wehten 
auch zerstörend in diesen Kreis hinüber. 1808 verliess 
Wilhelm von Humboldt Rom, nur Frau von Humboldt hielt 
noch die Freunde zusammen, bis auch sie 1810 dem Gatten 
nach Wien auf seinen Gesandtschaftsposten folgte. Hamit hatte 
Rom, für Rauch wenigstens, seinen Hauptreiz verloren. Er 
fühlte sich einsam und verstimmt. — Her Tod der Königin 
Luise, der in demselben Jahre erfolgte, riss ihn aus dieser 
freudlosen Existenz heraus. Humboldt schrieb aus Wien, der 
König habe ihn beauftragt, Canova, Thorwaldsen und Rauch 
um Zeichnungen eines Monumentes für die Königin anzu 
gehen. Es war natürlich, dass Friedrich Wilhelm III zu 
Rauch, der die Königin so oft im Leben gesehen hatte, das 
grösste Vertrauen hegte, und so bestimmte denn Humboldt 
den Künstler Rom zu verlassen, um persönlich jederzeit 
des Königs Wünsche entgegennehmen und berücksichtigen 
zu können. Am 5. März 1811 war Rauch wieder in 
Berlin. 
Das Grabmonument, in Berlin unter des Königs Augen 
modellirt, in Carrara ausgeführt, wurde am 30. Mai 1815 
nach geradezu romantischen Schicksalen im Mausoleum zu 
Charlottenburg aufgestellt, ein vielversprechendes Henkmal 
der künstlerischen Tüchtigkeit Rauchs, ein schönes Zeugnis 
seiner Dankbarkeit gegen den königlichen Wohlthäter. All 
gemein wurde dies anerkannt; Rauch hatte Schadow aus 
dem Sattel gehoben. Um so ehrenvoller für Schadow das 
Bekenntnis: „Rauch war allerdings in voller Jugendkraft und 
hatte dangethan, mit welcher Ausdauer er seine geistige und 
technische Ausbildung durchsetzte. Hie Figur der Königin 
im Mausoleum zu Charlottenburg ist das erste glänzende
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.