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Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

Motto: . . . darümbe süln wir nicht verzagen, 
ez wirt noch baz versuochet. 
Spervogel. 
Zwanzig Jahre später als Gottfried Schadow kam der 
Bildhauer Christian Daniel Bauch am 20. Januar 1805 um 
3 Uhr Nachmittags in Born an. 1777 geboren, sah sich der 
nunmehr achtundzwanzigjübrige Bauch vor die grosse Aufgabe 
gestellt, die Erwartungen seines Königs zu rechtfertigen, der 
ihm einen sechsjährigen Aufenthalt in Born gestattet hatte „in 
der Voraussetzung, dass der Bildhauer Bauch zu Berlin 
das Möglichste versuchen werde, in dieser selbst gewählten 
Kunst einen gewissen Grad der Vollkommenheit zu er 
reichen.“ Seine Ausbildung bisher war eine ziemlich dürftige 
gewesen. In der Werkstätte des Meisters Valentin zu 
Helsen, einem städtisch aussehenden Dorfe bei Arolsen, 
Bauchs Geburtsorte, konnte er nicht viel mehr als die not 
dürftigsten Handgriffe sich aneignen. Marmorarbeiten an 
Kaminen, Grabmäler in Sandstein und Verzierungen in Holz 
zu Bilderrahmen boten geringe Gelegenheit zur Entwicklung 
des Gefühls für das Monumentale. Als er dann nach fünf 
jähriger Lehrzeit in die tüchtigere Schule der Kasseler Akademie 
kam, die er jedoch nur an den Abenden besuchen konnte, 
wenn seine tägliche Arbeit beim Bildhauer Buhl, ebenfalls 
auf ornamentalem Gebiete thätig, geschafft war, zwang ihn 
der Tod seines fürsorgenden älteren Bruders, des Kastellans 
von Sanssouci, in Verhältnisse, die seine künstlerische Aus 
bildung völlig zum Stocken brachten. Am 7. Februar 1797
        
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