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Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

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lieh deshalb überhaupt nicht zur Verhandlung. Dieser Ent 
wurf gab ein Denkmal, „welches einigermassen nach der 
Form der alten Septizonien gebildet ist, und den Vortheil 
gewährt, dass es bei seiner bedeutenden Höhe und seiner 
Ausdehnung nach der Breite eine grosse Wirkung aus der 
Ferne machen, und der Ansicht der ganzen Stadt einen be 
deutenden Schmuck verleihen würde.“ Das Ganze ist ein 
dreistöckiger korinthischer Hallenbau mit diagonal gestellten 
Seitenwänden, die mit Malereien bedeckt sind. Das dritte 
Geschoss wird durch ein geschlossenes kleineres als Krönung 
überstiegen, welches die Reliquienkammer enthält und über 
dem sich eine Viktoria erhebt. Zur Eingangshalle, in welcher 
die Bronze-Statue des Königs in antiker Gewandung auf 
einem Throne sitzend die grosse Nische des Hintergrundes 
ausfüllt (vgl. die flüchtige Zeichnung XX. c. 238, die ich 
oben, 8. 15, ins Jahr 1826 datirte), gelangt man auf einer 
breiten Freitreppe. Den Unterbau schmücken Figuren 
gruppen und Inschriften. — 
Als diese Cabinetsordre an Schinkel und Rauch ein 
traf, befand sich Rauch auf einer Reise, deren Hauptzweck 
das Dürerdenkmal für Nürnberg war. So erfuhr er denn 
den Königlichen Befehl erst wesentlich später und sprach 
sich darüber schriftlich alsbald mit dem Grossherzoge aus. 
Der Grossherzog antwortete am 12. September 1835 aus 
Brandenburg: 
„Erklären Sie mir aber nur, ich bitte Sie, wie Schinkel 
es hat über sein Gewissen bringen können die Gabinets 
ordne beynah drey Monathe Ihnen vorzuenthalten? 
es ist diess so unrecht als unglücklich für die Sache 
„il saut battre le fer tant qu’il est chaud“ u[nd] die ver 
lohnte Zeit ist daher schwer wieder gut zu machen. 
„Ich wage übrigens kaum zu sagen, dass ich — (bey 
der uns einwohnenden Ueberzeugung, es werde jedenfalls 
ein genügender Plan angenommen werden:) mir den 
Wunsch erlaube, der König möge zu seinem frühern Pro-
        
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