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Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

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Jahre aus einem talentvollen Schüler ein intimer Freund 
seines Meisters Rauch geworden war ’), berichtete dieser 
etwas kleinlaut am 10. Juni 1830: „Das Denkmahl Fried. II 
ist so zur Ausführung bestimmt wie Sie das Projekt (einer 
Trajanssäule kennen) und noch ein Vorschlag wird ge 
macht werden, die Säule mit einer Victoria zu krönen, und 
unten Fr. II equestr. Statue vor der Säule aufzustellen. 
Schinkel kam mir mit diesem mit mir übereinverstandenen 
Gedanken entgegen 1 2 ). Dem Grossherzoge, als er den neuen 
Plan vernahm, presste sich „manches Stossgebet“ aus der 
Brust „dafür dass Ihr u[nd] Schinkels herrlicher Plan, ge 
nehmigt werden möge.“ „Die Idee, die Säule hinter der 
Statue zu Pferde aufzurichten, gefiel mir um so mehr, da 
selbige, ausser ihrer Neuheit u. Grandiosität, auch noch 
den Vorzug haben würde dass das Monument nicht nur 
spitz in die Höhe gehen sondern auch Breite gewinnen 
würde, was, bey der Berücksichtigung der langen grossen 
Fläche, vom Anfang der Linden bis zu der Brücke, wohl 
als ein bedeutender Gewinn betrachtet werden dürfte, des 
Hauptgewinns für die Kunst selbst, gar nicht zu ge 
denken. Doch ich wiederhohle es, ich fürchte dass der 
König den frühern Plan nun einmal schon zu fest gefasst 
habe, u[nd] dass er auch die, allerdings sehr bedeutende 
Kostenvermehrung scheuen werde. Machen Sie sich also 
ja auf Alles gefasst. —“ 
Der Grossherzog kannte seines Schwagers zähen Willen 
nur zu gut. Ungeachtet aller Widerrede, die selbst Bunsen 
aus Rom in seinen politischen Bericht mit einfliessen liess, 
blieb der König bei seiner Ansicht der Trajanssäule und 
dem Standbilde als Krönung. Der Grossherzog suchte zu 
trösten: „Ich bedauere Sie, schreibt er am 8. September, in 
künstlerischer Hinsicht dabey allerdings unter mancher Be 
1 ) Eggers’ Einleitung zum Briefwechsel Rauchs und Rietschels. 
2 ) Briefwechsel R.— R. I 8. 110.
        
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