Path:
Text

Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

16 
König auf der bekannten Quadriga in einer mächtigen 
Nische darstellte und an der Stelle der Hofapotheke neben dem 
Königlichen Schlosse errichtet werden sollte, den Anschein, 
als sei sie mitten im Gespräche dieses Abends entstanden; 
denn ausser dem kleinen Formate der Skizze ist der archi 
tektonische Hintergrund der Nische, welche die bekannte 
Quadriga einschliesst, so schnell und ohne alle Zieraten 
hingeworfen, als sollte ein plötzlich auftauchender Gedanke 
nur für den Augenblick veranschaulicht werden. Indessen 
konnte auch der Kronprinz trotz seines warmen Interesses 
und der ihm eigentümlichen lebhaften Begeisterung für alle 
künstlerischen Unternehmungen in der Angelegenheit nichts 
erwirken. — 
Seitdem Rauch 1819 mit Tieck und einer zahlreichen 
Schüler- und Gehülfenzahl in die Räume des Lagerhauses 
übergesiedelt war, hatte es der jungen Werkstatt niemals an 
Arbeit und Bestellung gefehlt. Nun aber, als 1828 allen 
grossen Aufgaben Genüge geleistet war, und man nur die 
kleineren Arbeiten, vornehmlich Büsten, in regelmässiger 
Folge zu erledigen hatte, handelte es sich darum, ob der 
Meister im Stande sein werde, das wohlgeschulte Arbeits 
personal länger zu beschäftigen. Friedrich Wilhelm I für 
Gumbinnen und das Franckedenkmal für Halle waren teils 
schon gegossen, teils zum Gusse fertig. Das Max Joseph- 
Denkmal war zwar schon bestellt, aber die Ausführung lag 
noch sehr im Argen; L. v. Klenze, der das Riedestal ent 
worfen hatte, schien geneigt, Künstler seines engeren Vater 
landes Rauchs Hülfsarbeitern vorziehen zu wollen. Das 
Personal in Berlin war nicht zu beschäftigen, wenn nicht 
bald eine grössere Bestellung monumentaler Art kam. 
Da stellte der Kammerherr und Abgeordnete von Rochow, 
später Hofmarschall, auf dem dritten Provinziallandtage der 
Mark Brandenburg und des Markgraftums Niederlausitz am 
24. Januar 1829, dem Geburtstage Friedrichs des Grossen, 
den Antrag: „die hohe Landtagsversammlung möge bei
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.