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Full text: Das Friedrichsdenkmal nach den Entwürfen Schinkels und Rauchs / Mackowsky, Hans

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Wilhemlsplatze mit den Statuen der Helden aus frideriei- 
anischer Zeit und dann zurück zur Königswache und den 
Standbildern Biilows, Scharnhorsts und Blüchers wanderte 
bis zum Lustgarten, wo des alten Dessauers Statue vor 
ihrer Ueberführung nach dem Wilhelmsplatze (4. September 
1828) stand, so trat jedem ein Stück preussischer Ge 
schichte vor Augen von den Tagen des Grossen Kurfürsten 
his zu den jüngsten Heldenthaten der Freiheitskriege. Nur 
einer fehlte noch: der, welcher den preussischen Staat in 
die Reihe der europäischen Grossmächte erhoben hatte, 
Friedrich der Grosse. 
Die neue Anregung, Preussens grösstem Könige endlich 
das ihm gebührende Ehrendenkmal zu setzen, ging von dem 
jugendlichen Kronprinzen aus zu Beginn der zwanziger 
Jahre dieses Jahrhunderts. Bei seiner lebhaften Neigung 
zur Architektur, die er auch öfters praktisch zu bethätigen 
liebte, glaubte der Kronprinz in Schinkel die geeignete 
künstlerische Kraft zur Lösung dieser Ausgabe gefunden zu 
haben. Am 4. Juli 1822 notirtRauch in seinem Tagebuche: 
„Bei Schinkel das verabredete Project zu einem Denckmahl 
Friedrich II. (denselben in einer Quadriga vorgestellt) zuerst 
in seinen Verhältnissen aufgezeichnet gesehen.“ Eine ge 
tuschte Federzeichnung *) im Schinkelmuseum , signirt 
„Schinkel 1822“, veranschaulicht dieses Projekt. Der König 
steht lorbeergekrönt in antiker Tracht mit Hermelinmantel, 
das Scepter in. der erhobenen Rechten, die Linke segnend 
vorgestreckt, in einer reich ornamentirten Quadriga. Hinter 
ihm schreitet ein Krieger mit Helm und Lanze, den Lor 
*) Schinkelmuseum, Mappe XXIII.a. Xo. 20 u. XXL c. 97. — XXIII. 
b.23(das Eggers a. a. 0. IV. 8. 58 in der Anmerkung den beiden oberen 
Nummern noch hinzufügt) gehört erst ins Jahr 1829. Vgl. A. v. Wolzogen, 
Aus Schinkels Nachlass, Berlin 1864, Band IV. 8. 213. Indessen kata- 
logisirt W. dort: „Quadriga mit E h r ent emp el“, was irrtümlich. Ferner 
datirt er XXL c. 97 „1823 (?)“. XXL c. 97 ist publizirt bei F. Riegel, 
Sammlung architektonischer Entwürfe von Dr. C. F. Schinkel, 2 Bde. 
Potsdam 1847, auf Blatt 41.
        
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