Path:
Text

Full text: Über evangelischen Kirchenbau mit besonderem Bezug auf Berlin / Dalton, Hermann

56 
weiß ich doch aus langjähriger Erfahrung, daß durch 
solche Bauweise weder der Gottesdienst der Gemeinde noch 
auch das Gemeindeleben Schaden erlitten hat. Und bei 
diesen sieben Gemeinden in Petersburg geht die liebgewonnene 
Bauweise bis in ihre Anfänge tief ins vorige Jahrhundert 
zurück. 
5. Einem weiteren Einwand ist zu entgegnen. Von 
altersher, in jahrhundertlanger Gewöhnung — so geben die 
Widerstrebenden an — sei die Sitte hier in Berlin und in 
den meisten deutschen Städten festgewurzelt, unmittelbar von 
der Straße in die Airche einzutreten; die Nötigung zehn 
bis zwölf Stufen emporzusteigen, werde Viele von der 
Teilnahme am Gottesdienst abhalten. Und um deswillen 
sollen wir also die beiden gebieterisch sich geltend machenden 
Forderungen nach Vermehrung der Airchen, nach dem 
Bau von Gemeindehäusern auf die lange Bank schieben 
und den Plan abweisen, beide Forderungen in dem einen 
Bau zu erfüllen? Wäre der Vorwand stichhaltig, warum 
doch nutzt man den hohen Raum mit Emporen aus, in 
angepriesenen Ulusterkirchen wie in Dresden oft eine über 
der anderen bis zu drei und vier Stockwerken? Stehen 
diese Emporen unbenutzt da? Haben die Treppen unseren 
Aaiser Wilhelm I. selbst in seinem Uralter von der regel 
mäßigen Teilnahme am Gottesdienst abgehalten? Ist zu 
befürchten, daß um der angebrachten Treppe willen unser 
königliches Haus dem sonntäglichen Besuche der neuen 
prachtstrotzenden Hofkirche fern bleiben wird? Oder be 
ginnt das Anstößige erst, wenn die Treppenflur außerhalb 
des Uirchenraums angebracht ist, und verschwindet, wenn 
man das Steigwerk zu den Emporen in das Innere der 
Uirche verlegt? Daß man doch unsere evangelischen 
Gemeindeglieder auch des heutigen Tages nicht so schier
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.