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Full text: Über evangelischen Kirchenbau mit besonderem Bezug auf Berlin / Dalton, Hermann

wir unsere Lieder bei dem Vormittagsgottesdienst in der 
ganzen Kirche ohne Zuhilfenahme künstlichen Lichtes singen 
können. An diesen beiden, unbestreitbar berechtigten Forde 
rungen gemessen, wie viele der neueren Berliner Kirchen 
werden als völlig „gerecht" erscheinen, oder anders aus 
gedrückt: wie viele von den neu erworbenen Ätzplätzen 
müssen als untauglich gestrichen werden, weil man den 
Pastor an den beiden gottesdienstlichen Orten nicht sieht 
oder nicht hört, oder weil das Gemeindeglied auf dem 
dunklen Platz sein Lied nicht singen kann? haben doch 
ein paar Kirchen schon bald nach der Ginweihung mit der 
Kanzel Wanderungen beginnen müssen, um nicht gar zu 
viele Sitzplätze einzubüßen! haben doch andre für die 
Liturgie einen Hilfsaltar unter der Kanzel anbringen müssen, 
weil an dem sog. „Hochaltar" wie in so mancher römischen 
Kirche der Pastor von den weitsichtigen Gemeindegliedern 
wohl gesehen, aber auch von den scharfhörigen nicht ver 
standen werden konnte. 
8. Gerade die notgedrungene, unvermeidliche Erhöhung 
der Kirchensteuer legt es den Männern, denen die sparsame 
Verwendung anvertraut ist, verstärkt aufs Gewissen, die 
erhöhten Mittel in einer der gestellten großen Aufgabe, 
die Zerschlagung der Riesengemeinden, zweckentsprechendsten 
Weise zu verbrauchen. Strittig ist, ob ein paar Prachtbauten 
opferfreudiger machen als eine größere Anzahl kleinerer, 
einfacherer Bauten. Lassen wir den Streit auf sich beruhen. 
Wir befinden uns in einer Notlage, aus welcher wir so 
rasch wie möglich herauskommen müssen, wenn wir ihr 
nicht erliegen wollen. Eine geringere Anzahl größerer, 
kostspieliger Kirchen hilft uns dazu nicht, nur eine möglichst 
ausgiebige Teilung der Naffengemeinden, und daß dieselben 
am eignen häuslichen Herde von Kirche und Gemeindehaus
        
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