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Full text: Über evangelischen Kirchenbau mit besonderem Bezug auf Berlin / Dalton, Hermann

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Linie das evangelische Airchengebäude zu dienen; aber in 
ihrer Erfüllung geht so wenig wie das Leben „der Gemeinde 
Gottes" die Bestimmung dieses „Hauses der Gemeinde" 
auf. Unter dem gleichen Dache lebt und webt, betet und 
arbeitet die evangelische Gemeinde, feiert sie am Tage des 
Herrn und läßet alle Tage ihres Lebens, die Sonn- und 
Werktage, den Herrn durch seinen Geist in ihr wirken, daß 
die in dem Gottesdienst erhaltene Araft an der gleichen 
geweiheten Stätte nach dem schönen Worte unsres Aaisers 
in der Erlöserkirche zu Jerusalem in dienender Liebe werbe 
zu gottgesegneter Gemeindearbeit, auf daß die evangelische 
Gemeinde als ein heiliges Volk in Wort und Liebeswerk, 
„verkünde die Tugenden dessen, der auch sie von 
der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht be 
rufen hat" (s. Petri 2,9). 
Die Folgerung der kurzen Andeutungen liegt auf 
der Hand. Der furchtbare Notstand an Airchen und 
lebensvoll gestalteten, übersichtlichen Gemeinden in Berlin 
heischt, das andere immer drängendere Bedürfnis nach 
Gemeindehäusern fordert, die beiden gleichberechtigten, 
unabweisbaren Aufgaben als eine gemeinsame, einheitliche 
zu betrachten und in demselben Bau zu lösen. Alle er 
reichbaren Mittel haben zur Vermehrung der Airchen 
und Teilung der Gemeinden zu dienen als der unbedingt 
brennendsten Aufgabe, halte man sie doch nur nicht auf 
mit der in der That unerschwinglichen Forderung, außer den 
benötigten Airchen nun auch noch gesondert Gemeindehäuser 
zu errichten. Ein überspannter Bogen reißt. Aber ver 
binde man die Doppelaufgabe in dem einen gemeinsamen 
Bau, nicht in der Weise, daß man einzelne, zunächst un 
entbehrliche Teile des Gemeindehauses dem stilvollen Bau 
der Airche als meist unschönes Anhängsel beifügt, sondern
        
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