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Full text: Über evangelischen Kirchenbau mit besonderem Bezug auf Berlin / Dalton, Hermann

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und den Vereinigten Staaten — kein neuer mehr ist, ein 
paar Worte der.Anregung und Begründung. 
Ein kostbares, von unseren Vätern der Deformation 
überkommenes und darum hoch zu haltendes Erbe ist die 
tiefwurzelnde Überzeugung, daß uns Protestanten die Airchen 
nicht mehr in dem Sinne als Gotteshäuser gelten, in 
welchen ausschließlich oder vorzugsweise und im Unter 
schiede von unseren Wohnhäusern Gott uns besuche, unser 
Vater im Fimmel wie in dem Allerheiligsten des Tempels 
aus Zion das Zelt seines Wohnens aufschlage. Wo immer 
auf Erden, sei es in der Airche, sei es im Familienzimmer, 
sei es im Arbeitsraum zwei oder drei im Namen des 
Sohnes Gottes zusammen kommen, da ist der mitten unter 
uns, in dem wir den Vater sehen, und zwar nach seiner 
Verheißung alle Tage bis an der Welt Ende. Diese 
tröstliche Wahrheit wurzelt und tritt in lichter Schöne zu 
Tage dort am Zakobsbrunnen in dem weltumgestaltenden 
Zwiegespräch des Herrn mit dem samaritischen Weibe, in 
welchem Zesus auf die heraufkommende Zeit hinweiset, 
in der man weder auf dem Berg Garizim noch zu Jerusalem 
den Vater anbeten wird. Es ist und soll uns Protestanten 
eine tief aus dem Evangelium geschöpfte Wahrheit und 
Überzeugung sein, daß die Airche das Haus der evangelischen, 
auf dem Worte Gottes erbauten, lebendigen Gemeinde 
zu fein hat und ist, in welches „das königliche Priester 
tum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums" 
Petr. 2, ß) mit einem Worte die Gemeinde Gottes, wie 
es in einer Bekennntnisschrift aus den Tagen der Refor 
mation lautet, „sonderlich am Feiertage fleißig kommt, 
das Wort Gottes zu lernen, die heiligen Sakramente zu 
gebrauchen, den Herrn öffentlich anzurufen und das christliche 
Almosen zu geben". Dieser heiligen Aufgabe hat in erster
        
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