Path:
Text

Full text: Die Evangelischen Kirchen und Kapellen in Berlin und seiner nächsten Umgebung / Kühnlein, Max

39 
wähnenswert ist der aus dem Jahre 1230 herrührende Abend 
mahlskelch aus vergoldetem Silber; er ist mit Rankenmerk 
und Edelsteinen verziert, aus ihm befindet sich die Madonna 
inmitten der Apostel, das Donatorenpaar Markgraf Otto HI. 
nebst Gemahlin kniecn am Crucifix. 1817 wurde das Gottes 
haus durch Langhaus verschönert und erhielt zu dieser Zeit 
den zweiten Turm ohne Helm. 1877—1879 durch Blankenstein, 
völlig restauriert, erhielt nunmehr auch der zweite Turm den 
Helm. Erwähnenswert sind noch die herrlichen Glasmalereien, 
an der Nordscite ist die Vorbereitung, an der Südseite die 
Vollendung derHeilsgcschichtc zur Darstellung g'bracht. Grab 
steine von Spalding, Spener und Rücker befinden sich an der 
Außenmauer, die Grabdenkmäler von Porst, Diestelmayer und 
Freiherr von Pufendorf im Innern des Gotteshauses befind 
lich, sind sehenswert. Die große Glocke trägt den Spruch: 
Kommt, laßt uns anbeten und kniecn und niederfallen vor 
dem Herrn; die mittlere Glocke: Saneta Catharina ora pro 
nobis 1426; die kleine Glocke, welche 1870 umgegossen worden 
ist, hat den Spruch: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt 
Überwunden hat. 
Parochial - Kirche, Klostcrstratze. Polizei- 
Revier 21. Stadtbezirk 3. Grundsteinlegung 15. August 
] 695. Einweihung 8. Juli 1703. Erbauer Grünberg, 
welcher Nehrings Plan benutzte. Baustil gothisch. 
Patronat X. Größte Turmhohe 66,22 in. Anzahl 
der Glocken 4. Die erste Orgel hatte 32 klingende 
Stimmen, kostete compl. 3 061 Thaler, und hatte als 
ErbaucrWagener. Die neue Orgel hat 41 kling. Stimmen, 
kostet 4 100 Thaler, hat als Erbauer Buchholz 1851. 
Anzahl der festen Sitzplätze 852. Ungefähre Bau- 
fläche 1320. Baukosten mit innerer Einrichtung 
113 361 Thaler 5 Groschen 10 Pfennige. Baukosten 
pro festen Sitzplatz rot. 40 Mk. Der ersten Einweihung 
wohnte bei: König Friedrich I. 
Die Kirche ist nach dem Vorbilde der 8ankta Maria della 
Consolatione zu Todi gebaut. 1698 stürzte das über der 
Vierung befindliche Gewölbe ein. Im Jahre 1717 erhielt der
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.