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Full text: Die Evangelischen Kirchen und Kapellen in Berlin und seiner nächsten Umgebung / Kühnlein, Max

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Das Gotteshaus ist auf ca. 8 Jahre interimistisch in Eisen 
fachwerk gebaut und hat die Hohenzollerngruft hier einstweilen 
bis zur Vollendung des neuen Domes ihren Platz gefunden. 
Die erste Domkirche wurde 1270 von den Dominikanern 
auf dem Schloßplätze in der Gegend zwischen der Brüder- und 
Brcitestraße erbaut; 1608 wurde sie als Hof- und Tomkirche 
in Benutzung genommen, jedoch nach Fertigstellung des Tomes 
am Lustgarten fiel sie dem Abbruch anheim. Voumann Vater 
baute unter König Friedrich II den Dom am Lustgarten, und 
wurde das neue Gotteshaus 1750 eingeweiht. In den Jahren 
1816—1817 verschönert, erhielt diese Kirche 1821 durch Schinkel 
die Vorhalle und zwei seitliche Kuppeln. Der im griechischen 
Stile errichtete Bau wurde 1893 abgebrochen, um einem neuen 
Dombau Platz zu machen. Der niedergerissene Dom hatte 
eine Grundfläche von 2335 gm, seine herrliche Orgel war 
von Buchholz gebaut. Hervorragende Geistliche, wie Strauß, 
Hengstcnberg, Kögel und Baur wirkten hier. 
Der Grundstein zum neuen, von I. Raschdorff entworfenen 
Dome wurde am 17. Juni 189t gelegt, die voraussichtliche 
Fertigstellung ivird am 27. Januar 1900 stattfinden. Erwirb 
eine Trau-, eine Predigt- und eine Grustkirche bei einem 
Flächenraum von ungefähr 8320 gm enthalten, die 31 m im 
Durchmesser große Kuppel wird sich 110 m über Terrain er 
heben. 12 Portale werden zu dieser in Hochrenaissance ge 
bauten Kirche führen, 1600 Sitzplätze wird die Prcdigtkirchc, 
160 Sitzplätze die Traukirche enthalten und unter der Gruft- 
kirche wird die Hohenzollerngruft ihren cndgiltigcn Platz finden. 
Die eine schon fertig gegossene Glocke hat das kolossale Gewicht 
von 11000 kg. Ter ganze Bau ist auf 10 Millionen Mark 
veranschlagt. 
Dornkandidaten-Stift, Oranienburgerstratze. 
Polizei-Revier 13. Stadtbezirk 211. Grundstein 
legung 1870. Einweihung 1873. Entwurf Stiller, 
Stüve vollendete den Bau. Baustil rom. Patronat X. 
Die Turmhöhe ist 35,14 m bis zur Mauer-Be- 
krönung. Anzahl der Glocken 1. Die Orgel hat 15 
klingende Stimmen, kostet 3879 Mk., hat als Erbauer 
Dinse. Anzahl der festen Sitzplätze 600. Ungefähre
        
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