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Die Windthorst-Gedächtniskirche (St. Ludwigskirche)

Full text: Ritus der Einweihung der neuen St. Ludwigskirche <Windhorst-Gedächtniskirche> in Wilmersdorf-Berlin am 29. Juni 1897

Architekten gelungen ist und wie malerisch sich die Kirche 
dadurch gruppiert, wird jeder - empfinden, der dieselbe 
auch nur einmal gesehen hat. Das schwere Gewicht 
des Turmes bedingt aber die Ausführung der Vierungs 
pfeiler, falls dieselben nicht gar zu große Dimensionen 
im Innern annehmen und den Blick zu Altar und Kanzel 
behindern sollten, in Sandstein, und dadurch war der 
Charakter der Kirche im Innern gegeben. 
Die ganze Formensprache der Kirche gehört der 
Mitte des 13. Jahrhunderts an, namentlich die Kapi 
tale, welche mit deutschem Laubwerk geziert sind und 
von dem Bildhauer Junkersdorf nach Angaben und 
Zeichnungen des Architekten modelliert und ausgeführt 
wurden, verdienen besondere Beachtung. Die Kirche ist 
dreischiffig-basilikal und vorläufig als Centralkirche ge 
baut. Der Westgiebel ist provisorisch; die dort in den 
Ecken hervortretenden und mit Backsteinen unterstützten 
und bekrönten Sandsteiuquadern sind die aus dem Innern 
durchtretenden Hausteinkapitäle, welche zur Halste jetzt 
im Mauerwerk stecken, später aber, bei der Verlängerung 
der Kirche, als freie Säulen ihre Funktion übernehmen 
sollen. Die Kirche soll dann später um 3 Joche ver 
längert werden und im Westen noch 2 kleine Türme er 
halten, welche ein Gegengewicht gegen den mächtigen 
Vierungsturm bilden werden. Ebenso wie der Giebel, 
ist die im Innern eingebaute Orgelempore aus Holz 
nur provisorisch. 
Ta vorläufig die Gegend im Osten der Kirche erst 
bebaut ist, so sind die Hauptportale im Querschiffe an 
geordnet und haben einen dreifachen Verschluß erhalten, 
um die Gläubigen vor Zugwind zu schützen, während 
das westliche Portal, welches wohl höchstens am Tage 
der Einweihung, bei feierlichen Prozessionen und Trau 
ungen benutzt werden wird, aus Sparsamkeitsgründen 
keinen weiteren Windfang erhalten hat.
        
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