Path:
Text

Full text: Berlin als Kunststadt / Schönfeld, Paul

o-<3 44 £>—o 
Central- 
Hotel. 
Bahnhof 
Friedrichs 
strasse. 
Gräfe- 
Denkmal. 
gerin modernen Geistes werden kann. Die malerische Wirkung des 
Ganzen, wesentlich mit herbeigeführt durch die über der Mitte sich 
erhebende Kuppel mit dem hoch emporstrebenden schlanken Dach 
reiter, die reizvollen Zwerggallerien und andere Zierteile, sichert 
dem Bauwerk eine markante Sonderstellung unter den reichshaupt 
städtischen Kirchen. 
Von der Dorotheen- in die Friedrichsstrasse einbiegend, an 
deren Ecke sich das Central-Hötel mit seinen langen, fensterreichen 
Facaden und zwei Kuppeln erhebt, gelangt man in nördlicher Rich 
tung binnen kurzem zu dem nach letzterer Strasse benannten Stadt 
bahnhof, einem der belebtesten Mittelpunkte des Verkehrs, und 
neben dem Bahnhof am Alexanderplatz durch seine Eisenkonstruk 
tionen von hervorragendem technischen Interesse. In dem gegen 
überliegenden Monopol-Hotel hat L. Heim einen der künstlerisch 
bedeutendsten Gasthofsbauten geschaffen, mit welchem sich die 
Skulpturen Eberleins zu wohlthuendster Harmonie verbinden, und 
nicht minder anmutig präsentirt sich das Hotel Station Friedrichs 
strasse mit seiner originellen Ecklösung, auch innen von den ge 
steigerten ästhetischen Anforderungen zeugend, an die sich das welt- 
städtische Publikum auch bei seinen materiellen Genüssen ge 
wöhnt hat. 
Als das künstlerisch Hervorragendste in der nächsten Um 
gebung muss das an der Ecke der Schumann- und Luisenstrasse 
befindliche Denkmal bezeichnet werden, welches, ein Werk Rudolf 
Siemerings, im Jahre 1881 dem hochverdienten Augenarzt Albrecht 
von Gräfe errichtet ward und sich so wirksam von den Baum 
gruppen des Charitegartens abhebt. Die ausdrucksvolle bronzene 
Portraitstatue steht in einer halbkreisförmig geschlossenen, mit 
dunkelgelben Majolikaplatten bekleideten Nische, an die sich zwei 
niedrigere Flügel anschliessen; in diese sind zwei polychrome Ma 
jolikareliefs eingefügt, von denen das eine in lebensvollen Gruppen 
Heilung suchende Kranke, das andere die Freude der Geheilten und 
ihrer Angehörigen schildert. Im Erdgeschoss der Nationalgallerie 
befinden sich Wiederholungen dieser zwei schönen Reliefs, die als 
ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Frage gelten dürfen, ob und 
wieweit die Anwendung der Farbe in der Plastik gerechtfertigt. 
Dass dieselbe im Bereiche der Berliner Architektur bereits mit 
bestem Erfolg Eingang gefunden, werden wir weiterhin wiederholte 
Gelegenheit haben zu beobachten. 
Noch möge hier, wenn auch nur beiläufig, einiger Bauwerke an
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.