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Paul Wallot

Full text: Das Reichstagshaus in Berlin / Rapsilber, Maximilian (Public Domain)

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Berlin, Druck von W. Büxenstein. 
neue Jahrhundert hinüberführt. Wo es geschieht, gleichviel, wenn 
es nur Deutschland zu Gute kommt. In Berlin aber bildet das 
Reichstagshaus ohnehin den Markstein einer nenen Entwickelung. 
Daran ist nicht mehr zu zweifeln. Daß ihn Gießen zum Ehren- 
Doktor promovirte, daß ihn die Berliner Akademie des Bauwesens zum 
außerordentlichen Mitgliede ernannte, ist überall mit Genugthuung be 
merkt worden. Den schönsten Ehrenkranz aber hat ihm der Berliner 
Architekten-Verein gereicht, der zum ersten Male seit seinem 80jährigen 
Bestehen ein Ehrenmitglied ernannte und das ist Paul Wallot. 
Seine Antwort auf die ihm dargebrachte Huldigung am 7. Oktober- 
klang in folgenden Gedanken aus. Wallot betonte die Schiwerigkeit 
des Kunstschaffens in unserer Zeit, das keine unmittelbare künstlerische 
Ueberlieferung besitze, eine tiefe Kluft trenne uns noch von dem be 
wunderungswürdigen Können der alten Meister des 16. und 17. 
Jahrhunderts, zu denen wir mit Ehrerbietung hinaufblicken müßten. 
Nur das eingehende Studium ihrer Werke kann uns vorwärts 
bringen. Trotzdem aber müsse man zugestehen, daß wir in den 
letzten 20 Jahren große Fortschritte gemacht haben. Er selber sei 
bestrebt gewesen, bei der großen Aufgabe, die ihm zugefallen, sein 
Theil beizutragen. 
Der Erbauer des Reichstagshauses mag in der dankbaren Be 
wunderung, mit der das Deutsche Volk zu seiner Schöpfung empor 
schaut, den Lohn für sein an Mühen, aber auch an Freuden reichem 
Schaffen erblicken. Und gewiß wird für alle Zeiten zu den edelsten 
Kulturgütern des Volkes auch dieses große Kunstwerk gezählt werden 
und die Späteren werden vielleicht noch tiefer als wir zu würdigen 
wissen, was Paul Wallot geleistet hat 
„Für Staat und Stadt."
	        
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